Zwischen Blüte und Bilanz – Landwirtschaft unter Druck
Shownotes
Gast: Sylke Herse. Landwirtschaft bedeutet nicht nur Ernte.
Sie bedeutet Entscheidung, aber auch Risiko.
Was passiert, wenn sich Erntezeiten verschieben?
Wenn Schädlinge neue Wege finden?
Wenn Tradition nicht mehr trägt, aber Verantwortung bleibt?
In dieser Folge von LANDCAST – from roots to reality spricht Gesa Ramme mit Sylke Herse, Unternehmerin und Landwirtin aus
Niedersachsen, ausgezeichnet mit dem CERES AWARD als „Landwirtin des Jahres 2025“. Über die Jahre hat sie ihrenlandwirtschaftlichen Betrieb zu einem Erlebnisort weiterentwickelt: mit Hofcafé, Selbstpflück-Angeboten und jährlich zehntausenden Besucherinnen und Besuchern. Ihr Schwerpunkt liegt dabei auf Heidelbeeren. Sylke führt einen Betrieb, bei dem wenige Wochen Ernte über das gesamte Jahr entscheiden. Zudem hat sie familiäre Strukturen hinterfragt, ihren eigenen Weg gefunden und denkt Landwirtschaft jenseits von „Das war schon immer so“.
Wir sprechen darüber,
• wie ein Betrieb funktioniert, wenn sechs Wochen Ernte über das ganze Jahr entscheiden,
• wie eine einzige Nacht zum Totalausfall führen kann,
• weshalb Frauen in der Landwirtschaft oft unsichtbar bleiben,
• warum Tradition kein Geschäftsmodell ist,
• und weshalb Verantwortung immer auch in die nächste Generation reicht
Diese Folge richtet sich an alle, die Landwirtschaft besser verstehen möchten und einen Einblick darin bekommen wollen, wie
viel unternehmerisches Risiko und persönliche Haltung hinter einem scheinbar einfachen Produkt wie einer Blaubeere steckt.
Weitere Informationen findest du hier:
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Transkript anzeigen
00:00:00: Hi, hier ist die Zukunftsgeser.
00:00:02: Ich wollte euch nur ganz kurz sagen, dass es bei unseren Remote-Aufnahmen ein paar Verbindungsaussetzer gab.
00:00:06: Aber die Folge war zu gut um sie euch deswegen vorzuhalten.
00:00:09: also viel Spaß jetzt beim Hören!
00:00:25: Ja hallo und herzlich willkommen für eine neuen
00:00:27: Folge
00:00:28: vom Landcast dem neuen Podcast von Eure Landwirte echt Grün eV.
00:00:33: Mein Name ist Gesa Ramme, ich bin selbst Landwirtin auf einem Legehändenbetrieb in Gifford und tatsächlich darf ich heute ebenfalls eine Landwürttin begrüßen.
00:00:40: Genauer gesagt nicht nur irgendeine Landwirte sondern die Landwirten des Jahres Silke Herse.
00:00:45: Silke wurde nämlich im Zeres-Award ausgezeichnet und ich bin sicher dass wir heute in dieser Folge alle so ein bisschen erleben werden wie es zu dieser Auszeichnung kommen konnte.
00:00:55: Silke arbeitet auf ihrem Hof, nämlich mit einer ganz besonderen Kultur.
00:00:58: Aber erstmal, Silke, herzlich willkommen und möchtest du dich vielleicht selber einmal kurz vorstellen?
00:01:03: Ja vielen Dank dass ich dabei sein darf Geser!
00:01:06: Ich freue mich sehr das sich hier ein bisschen reden darf über was mir wiederfahrend ist und zwar Der Cirrus Award, das war eine große Überraschung.
00:01:19: Die Unterlagen kamen ins Haus und ich wurde gefragt ob ich die nicht ausfüllen möchte?
00:01:24: Und ja dann habe ich mit meiner Buchhaltung zusammen und einem Team insgesamt diese Unterlagen ausgefüllt und wir hatten schon dabei ganz viel Spaß und haben gedacht zu, eigentlich ist mir doch ein interessanter Betrieb!
00:01:38: Ich hatte mich viele Jahre gar nicht so richtig umgeguckt weil ich sehr investiert hatte.
00:01:45: Und dann haben wir tatsächlich, sind wir nominiert worden zur Unternehmerin vorerst des Jahres und später dann bei der Verleihung.
00:01:55: Das ist so wie eine Oscar-Verleihungen auch noch die Landwirtin des Jahres abgeräumt.
00:02:02: Das war wirklich ganz phänomenal eine große Überraschung!
00:02:07: Hast du selber gar nicht so mit gerechnet?
00:02:09: Überhaupt nicht!
00:02:14: Ja, ist auch schon eine ziemliche Auszeichnung in der Landwirtschaft.
00:02:18: Also ich glaube so ... Der Begriff Landwirt des Jahres, Landwirts und des Jahres kennen ja ziemlich viele!
00:02:22: Ich habe auch gehört dass du tatsächlich die zweite Frau bist, die das überhaupt geworden ist?
00:02:26: Ich hab dann auch mal recherchiert, der ist schon zwölfmal vergeben worden, ähm...der Titel und du bist da die zweite frau.
00:02:33: Bedeutet dir das auch irgendwie?
00:02:34: was also war dir das bewusst in dem
00:02:36: Moment?!
00:02:37: In dem Moment war es mir noch nicht bewusst.
00:02:39: Und die zweite Frau insgesamt und die erste Frau in Niedersachsen, also ich konnte gar nicht glauben wie viel Glitzer da über mich gestreut wurde.
00:02:50: Ganz ganz toll!
00:02:51: Und dann auch noch im Jahr der Frau in der Landwirtschaft.
00:02:56: Den Hof?
00:02:57: Man bewirbt sich ja mit seinem Hof man muss relativ viel ausführen glaube.
00:03:01: ich habe so eine Bewerbung noch nicht mitgemacht aber ich hab von anderen gehört dass das relativ intensiv ist Und ich denke mal, dadurch dass du auch gewonnen hast können wir auch sagen dein Hof ist wahrscheinlich schon irgendwie was Besonderes.
00:03:12: Was macht deinen Hof aus?
00:03:13: Ich habe nämlich über dich gelesen das es ein Bigbärenhof ist und ich musste das Wort googeln!
00:03:20: Ich hatte keine Ahnung was eine Bigbäre ist.
00:03:24: Ja also die Bigbeere, das ist ein plattdeutsches Wort.
00:03:27: Das kommt hier aus der Region und ja einen Dialektwort und es kommen von Bücken.
00:03:32: Also hier ursprünglich.
00:03:34: Die Heidelbergen im Wald sind sehr niedrig Und da sind früher die Menschen in die Bigbären gegangen und so war's auch bei uns mit der Kulturheidelbeere.
00:03:44: Trotzdem hieß es immer wir gehen zu Herces in die bigbärm und es hatte irgendwann entschieden der Betrieb soll heißen Und genau, meine Eltern haben vor über sechzig Jahren angefangen mit dem Anbau der Kulturheidelbeere.
00:03:59: Die ja ursprünglich aus Amerika kommt hier in Brokolo, in der Niedestein oder Meers und hier gab es gerodeten Wald und die Fläche hatte eine große Rohhumus-Schicht und dann konnten wir diese Fläche eben urbar machen.
00:04:14: für den Anbau einer Kulturheidelbeere Ist hier genauso wie eben in Amerika woher sie eben ursprünglich kommt und somit hat die sich ja sehr, sehr fühlt.
00:04:29: Die sich hier wohl und hat sich jetzt auch etabliert
00:04:32: beste Bedingungen.
00:04:33: ich habe auch gelesen ihr macht es auf ungefähr Zweiundzwanzig Hektar.
00:04:37: Ja nur Blaubern.
00:04:39: oder gibt's auch noch andere kulturen auf eurem Hof?
00:04:41: dann
00:04:41: Mit der Weile gibt es nur noch diese eine Kultur, also hier ist wirklich die Bodenpunkte sind sehr schlecht.
00:04:47: Das ist ein sehr armer Boden und wir haben es versucht mit Himbeeren und Wir haben auch Holunda angebaut ne Zeit lang Und das hat sich nicht durchgesetzt.
00:04:56: Also ich kann besten Blaubären und mag gerne um die Blaube herum dieses ganze Thema voll ausschöpfen.
00:05:06: Aber Zweiundzwanzig Hektar ist ja dann, glaube ich auch schon echt eine Menge.
00:05:10: Also gibt es da irgendwie so Ertragskennzeichen?
00:05:11: Kannst du sagen wie viele Blaubeeren erntest du im Jahr?
00:05:14: Ja zwischen hundert dreißig und hundertvierzig Tonnen ist schon traumhaft das ist schon gut.
00:05:20: Das nicht geschafft.
00:05:21: Da hatten wir sehr viel Themen mit Umgeziefern usw.
00:05:26: Wir sind Bio-Anbauer, sind Demeter und Bioland zertifiziert muss vieles passen, damit wenn überhaupt mal Spritzmittel eingesetzt werden, damit die dann auch wirken können.
00:05:40: Was unterscheidet so ein Demeterhof noch von einem Biohof?
00:05:43: Gibt es da was, müsst ihr da noch irgendwie besondere Auflagen erfüllen?
00:05:47: Ja, demetal ist ja nach der Philosophie von dem Rudolf Steiner und das bedeutet dass im Grunde der Betrieb als kleines Universum betrachtet wird.
00:06:00: zum Beispiel die Präparate, die da ausgebracht werden.
00:06:03: Die man nimmt Mist aus der Region – ich habe ja selber keine Kühe aber wir versuchen aus der Regionen Mist zu bekommen und sie werden dann in Kuhhör nach in die Erde eingegraben.
00:06:15: das wird wieder vermixt.
00:06:18: Es ist so wie Homöopathie, also es ist die Information von Wachstum oder von Zell-Stabilität.
00:06:30: In wird über die Blaubein gegeben in homöopathischer Dosis.
00:06:35: Also man kann dran glauben, man muss das nicht und wir sind jetzt seit sieben Jahren bei Demeter und uns gefällt das sehr gut.
00:06:48: Ja, so ganz langsam kommen wir da mehr an in der Philosophie auch.
00:06:54: Ist das was du selber entschieden hast?
00:06:56: Dass es demitar werden soll?
00:06:57: oder kannst ja gerne mal ein bisschen berichten wie sich das entwickelt hat?
00:07:00: Wie du deine Rolle auf dem Hof gefunden hast.
00:07:02: Du hast eben schon gesagt deine Eltern hatten damit angefangen.
00:07:05: Hast du Geschwister war das immer klar dass du Landwirten werden willst und das übernehmen willst oder...
00:07:10: Ja ich habe noch drei Schwestern.
00:07:13: Ich bin die dritte von vier Mädchen Und eigentlich sollte meine ältere Schwester das ganz gerne weitermachen.
00:07:20: Die hat auch Obstbau gelernt und die hat sich aber dann für einen Landwirt in ihrem Leben entschieden, ist vom Hof runtergegangen und hat mit ihm zusammen eben diese Landwirtschaft und die Familie dort gegründet.
00:07:31: Ich habe ländliche Hauswirtschaft gelernt, hab meinen Meister gemacht und bin sehr früh Mutter geworden, hab eine Familie gegrüntet.
00:07:39: Dann war mein Vater so klug und hat uns hier ein Häuschen hingesetzt was wir dann abgemieden haben und ich hatte eben ganz große Lust zur Direktvermarktung.
00:07:49: Und mit dem anderen der Heidelbeere sind wir so oder so alle groß geworden, und ich weiß nicht also ihr werdet das alle kennen es ist einfach eine große Tradition in den bäuerlichen Familien Es ist eine ganz ganz große Prägung uns.
00:08:05: Das war nicht immer leicht für mich damit zu entwickeln und zu verwirklichen.
00:08:09: aber Ja, es hat gedauert und ich habe es geschafft im Grunde meinen Betrieb daraus zu machen.
00:08:18: Und dem ganzen mein Gesicht zu geben.
00:08:20: Wozu habe ich los?
00:08:22: Was soll hier werden?
00:08:24: Genau!
00:08:26: War das so ein schleichender Prozess oder bist du da gleich mit vollem Elan ran gegangen?
00:08:30: Das sagt so Leute wir machen das jetzt aber so und so.
00:08:33: Nein, das war ein schleichender Prozess.
00:08:35: Also ich hatte einen Vater der sehr gerne nein gesagt.
00:08:41: Also ich hätte sehr gerne viel schneller auch investiert und hatte ganz viel Lust schon als junge Frau und Mutter.
00:08:49: Und er hat sich da nicht so ganz von getraut, er war mehr eigentlich der Landwirt ja?
00:08:55: Und die Direktvermarktung ist bräuchte ein Kaffee, es brauchten Hofladen und dann fing ich an Produkte zu entwickeln usw.
00:09:03: Da waren schon paar Gedanken für ihn zu wild und das finde.
00:09:10: Also ich möchte, bitte.
00:09:12: Wenn du mit mir arbeiten möchtest dann brauchen wir das jetzt oder ich gehe weiter.
00:09:17: Es gab sogar so einen Moment wo ich das auch gesagt habe.
00:09:21: Du hast noch ein halbes Jahr Zeit.
00:09:23: wenn du diesen Weg nicht gehen willst, dann geh ich weiter.
00:09:28: Das klingt tatsächlich so einem recht klassischen Generationskonflikt den glaube ich viele auf den Höfen erleben zwischen älteren und der neuen Generation.
00:09:36: Nimm uns doch auch gerne mal mit so ein bisschen auf deinen Hof.
00:09:40: Du hast jetzt eben schon gesagt, du hast das mit der Direktvermarktung aufgebaut.
00:09:43: Ihr habt irgendwie einen Hofcafé glaube ich?
00:09:46: Du kannst da gerne mal ein bisschen von berichten!
00:09:48: Genau.
00:09:48: Wir haben ein Hofcafé, das hat während der Saison auf.
00:09:52: Das bedeutet wir starten am ersten Mai und haben dann im Mai allerdings erst mal an den Wochenenden- und Freiertagen auf.
00:10:00: Und ab Juni bis Ende September dann jeden Tag.
00:10:04: Und ihr könnt euch vorstellen in diesem Dorf hier wohnen dreihundertfünfzig Einwohnern und mein Café hat vierhundert Sitzplätze.
00:10:11: also Das war nicht immer einfach, so viele Gäste herzubekommen.
00:10:16: Wir sind viel auf Messen gegangen und haben versucht irgendwie für uns Werbung zu machen und haben das auch geschafft.
00:10:22: Also wir haben auch vier Bus-Tourismus gehabt bis vor Corona und haben Vorträge gehalten usw.
00:10:31: Wir setzen voll auf Dienstleistungen im Café Betrieb eigentlich.
00:10:39: Das heißt, dass die Gäste, die hier herkommen von uns wirklich gesehen werden, das sie bedient werden, dass wir Danke sagen und dass wir uns freuen, dass Sie da sind.
00:10:50: Und dafür sind wir jetzt tatsächlich auch bekannt im Landkreis genau.
00:10:56: Da geben wir uns tolle Mühe!
00:10:58: Wir haben während der Saison ungefähr dreißig Mitarbeiter hier im Café und im Obstbau sind sechzig Leute, die die Heidelberg ernten.
00:11:10: Und das muss natürlich auch viel abgepackt werden und versendet oder eben in die Großmärkte gefahren und so da sind nochmal zehn Leute in der Halle, die das abpacken dort erledigen also ich im Grunde in sechs Wochen im Jahr zur Reifezeit der Heidelbeere machen wir das Geld fürs ganze Jahr
00:11:28: Ja.
00:11:30: Sind das ungefähr sechs Wochen, wo dann Heidelbeeren geerntet werden können?
00:11:33: Ja es sind sechs Wochen.
00:11:36: Ich muss sagen ich habe nicht viel Ahnung davon ist ja schon eine sehr spezielle Kultur.
00:11:39: muss ich mir jetzt mal outen?
00:11:40: ich hab keine Ahnung vom Heidelberg anbauen.
00:11:42: wenn ich jetzt eure Heidelbernen essen wollen würde was mache ich?
00:11:46: ich komme entweder zu euch flügt mir selber welche oder gehe ins Café oder wie komme ich sonst noch dran?
00:11:51: du hast eben schon von anderen Vermarktungswegen gesprochen
00:11:54: Genau, also für dich speziell gibt es oder gäbe ist die Möglichkeit bei crowdframing welche zu bestellen.
00:12:00: Da sind ja seit drei Jahren dabei.
00:12:03: Ja das gibt es im internet.
00:12:05: Oder kannst du auch die app aufs handy laden und kannst einfach eine kiste blau werden zu dir nach hause bestellen oder Einen auch dort einkaufen.
00:12:16: dann würdest du imaginär von deinem strauch zwei Lieferungen bekommen, ich glaube oder drei Lieferung.
00:12:23: Also das müsstest du mal selber nachgucken.
00:12:24: ist kann man im Internet dann fehlen ob man sechs oder acht Kilo dann bekommen möchte und es wird viel genutzt zum Verschenken auch für Traufen oder Hochzeiten oder so finde ich eine super schöne Idee.
00:12:37: ja Ja und das ist so ein bisschen auch solidarisch, also das heißt ich bekomme wenn der Kunde das bucht sofort das Geld.
00:12:49: Und er bekommt die Blaubeeren dann eben, wenn sie reif sind und so kann ich da schon mal mitarbeiten ja?
00:12:56: Das ist irgendwie auch ein sehr achtungsvoller Gedanke finde
00:13:01: ich.
00:13:03: Wie verarbeitest du die Blaubären sonst noch weiter, sowas wie Blauber Saft oder was gibt es alles bei dir?
00:13:08: Ja, es gibt ganz viele Produkte Saft und Wein.
00:13:11: Es gibt Blaume Lade.
00:13:13: Den Begriff habe ich mir auch selber ausgedacht und auch sichern lassen.
00:13:19: Und dann gibt es auch pikante Sachen die Blauwein-Metwurst.
00:13:25: das ist eine Metwurst von einem regionalen Fleischer mit getrockneten Früchten von uns drin.
00:13:31: Dann Blau Weisheko, es gibt ein Blauer Senf, es Gibt ein blauer Ketchup Die bieten wir dann auch im Café natürlich an, eine blaue Currywurst und dann gibt es die gefrorenen Heidelbeeren.
00:13:48: Ich finde sie einfach hervorragend!
00:13:50: Wir ernten einen Teil der Wahrung wenn der Preis nicht so gut ist auf den Märkten, dann frieren wir Schock ein und vermarkten die halt dann im Hofladen und an unsere Gäste weiter.
00:14:05: also man kann jederzeit hier bei uns gefrorene Blaubeeren bekommen.
00:14:09: Ja, das klingt gut.
00:14:10: Also generell die ganzen Produkte klingt schon halt auch nach... wie soll ich sagen?
00:14:15: Wie du eben schon vielleicht mit deinem Vater beschrieben hattest so nach ein bisschen was Neuen, nach ein bissel was Ausprobieren, nach einem bisschen was.
00:14:21: Ich will das jetzt machen und er hat vielleicht gesagt zu Heidelberg Senf!
00:14:25: Was ist denn mit
00:14:26: dir?!
00:14:27: Es gab sogar eine Kosmetikfirma, die bei uns Blauwern gekauft hat Nichtsmaske gemacht.
00:14:33: Die Firma heißt LASCH, die machen auch alles in Biokrodukten.
00:14:38: aber irgendwie hatten die Themen in der Finanzierung und sind jetzt leider rausgefallen.
00:14:45: Aber ja wir sind da total flexibel aufgestellt.
00:14:50: Ja mega cool!
00:14:52: Aber die Heidelbeeren werden alle noch per Hand geerntet von den Mitarbeitern.
00:14:55: oder ist das schon ein bisschen maschinell?
00:14:57: auch was bei?
00:14:59: Das Allermeiste wird bei uns von Hand geerntet, weil die Haltbarkeit der Ware ist einfach länger wenn wir von Hand ernten.
00:15:07: Über die Maschine wird es doch etwas mehr gepoltert oder auch mal gedrückt und da ist die Haltung nicht mehr so gut gegeben.
00:15:17: Wenn wir es nicht schaffen oder wenn es Stellen gibt, die für die Industrie so oder so nur geeignet sind.
00:15:24: Weil die Ware von Haus aus alte Sorten sind nicht so lange haltbar dann ernten wir die schon auch mit Maschine jetzt.
00:15:32: Mit ein paar Jahren habe ich eine Maschine und wer üben damit?
00:15:38: Weißt du, wie viele Höfe es gibt die Blaubeeren so einen großen Stil anbauen?
00:15:41: Also in diesem Hauptanbaugebiet das geht ja hoch bis Hamburg.
00:15:47: Die gesamte Lüneburger Heide ist einfach so ein Zentrum auch.
00:15:52: Fünfzig sind es bestimmt eher mehr aber fünfzig größere sage ich mal und das betrifft Direktvermarktung machen auch teilweise die Beeren entkügeln haben oder sich künstlich eben Bete angelegt haben, weil sie kein Torf und keinen Moorboden zur Verfügung kamen.
00:16:12: Aber ihr seid ja schon so.
00:16:14: ein kleines Alleinstellungsmerkmal sage ich mal dass du das Ganze mit so'n bisschen Erlebnis verbunden hast.
00:16:20: also... Ich hatte immer eine Zahl gelesen, dass irgendwie echt viele Besucher auch im Jahr dann bekommt ne?
00:16:25: Ja also um die Siebzig Tausend sind hier!
00:16:28: Also wir sind in Ausflug zu Ort geworden.
00:16:31: Familien und die halten sich hier auch relativ lange auf.
00:16:36: Und genießen den Tag bei uns, gehen hier spazieren oder wandern oder so.
00:16:40: Ja toll!
00:16:43: Wie ist das denn bei Blaubärn?
00:16:45: Sind sie auch sehr wetterabhängig?
00:16:48: Also gibt es da Jahre wo man sagen kann, oh dieses Jahr war echt kein Heidelbärjahr.
00:16:54: Das gibt es schon.
00:16:55: Das fängt jetzt in dieser Zeit eigentlich an.
00:16:57: also wir hatten ja jetzt einen recht kalten Winter.
00:16:59: Das war richtig gut weil dann können umgeziefer richtig erfrieren.
00:17:05: Und dadurch ist jetzt auch die Knospel, die Blütenknospel noch nicht so weit gedient und wir hatten letzte Nacht zum Beispiel hier minus sieben Grad in den Maarregion.
00:17:16: das Niederungsmord erzieht dieser Frühjahrsfrost eben sehr, sehr rein und müssen jetzt Gott sei Dank noch nicht beregnen weil einfach relativ geschlossen ist.
00:17:28: Aber drei, vier wärmere Tage so nächste Woche dann müssen wir die Blüte schützen weil einfach sie dann so hohem Minus gerade nicht mehr aushalten würde und dann würde sich kaputtfrieren und dann haben wir keinen Ertrag.
00:17:42: Das ist dieses, das ihr berechnet dass da irgendwie Frost wie sonst ein schützender Frost manche sich drum bildet?
00:17:48: Genau,
00:17:48: oben
00:17:49: immer wieder beträufelt und dann hast du so einen ganz dünnen Eismantel drum herum.
00:17:54: Und das ist der Effekt im Grunde wie bei einem Iglo.
00:17:58: Gab es auch schon Jahre wo was abgefroren ist?
00:18:02: Ja gab es auch.
00:18:03: Einmal haben wir ein neues Aggregat bekommen in der größten Plantage und das hat dann in der Nacht nicht funktioniert und dann hatten mir da einen Totalausfall.
00:18:13: Wenn sie gesehen hast du deinen Hof ja quasi auf eine Kultur gestützt.
00:18:16: von daher hast Wo du sagen kannst, gut.
00:18:19: Ich für die Blaubeilwurst dieses Jahr nicht so gut aber dafür haben wir von anderen Kulturen mehr geerntet oder so.
00:18:23: ne?
00:18:23: Nee
00:18:23: das kann ich nicht sein, aber da...ich kann sagen dafür müssen wir jetzt einfach mehr Waffeln backen zum Beispiel
00:18:31: Ja wie ist denn so ein typischer Tagesablauf bei dir?
00:18:33: Wie sieht es aus?
00:18:35: Oder wie
00:18:36: ist deine Rolle auf dem Hof?
00:18:38: Meine Rolle im Grunde ist, ich bin sowas ähnliches wie das Dach-Luke davon und ich gucke immer ob es allen hier gut geht und versuche, das Ganze am Laufen zu halten.
00:18:50: Das ist ja wie ein großer Ameisenhaufen in der Saison.
00:18:53: Und ich bin jeden Tag... Also ich stehe morgens auf oder ich öffne meine Augen und denke Juhu!
00:19:01: Geperr den Tag so.
00:19:02: Ich mache das wirklich super gern und gehe dann rüber.
00:19:08: im Nachbarhaus, dreißig Meter von meinem Arbeitsplatz entfernt und gehe dann und bin den ganzen Tag da.
00:19:15: Ich mache die Verhandlungen was Preise angeht, gucke in welche Richtung wird welche Ware weitergegeben und zwischendurch kümmere ich mich auch super gerne um die Kundschaft.
00:19:29: Die freuen sich auch wenn ich da bin und halte Vorträge usw.. Necke neue Dinge aus.
00:19:39: Aber ist das schon so, dass es sich auf diese bestimmte Jahreszeit sehr konzentriert?
00:19:45: Also wie bei anderen Landwirten wo man sagen kann naja im Winter ist da natürlich im Ackerbau auch nicht viel in der Tierhaltung.
00:19:51: Da verteilt sich das ja ein bisschen mehr aufs ganze Jahr.
00:19:53: Es gibt dann aber wieder Betriebe wo man sagt ja im Winter als ruhiger also spürst du das auch dass es eine sehr intensive Jahreszeit gibt und eine etwas ruhigere Jahreszeit?
00:20:01: Absolut absolut!
00:20:02: Also ab November wird es wirklich leise.
00:20:05: Hier kommt dann wirklich auch gar keiner mehr, wir haben nur noch einmal in der Woche ein paar Stunden den Hofladen geöffnet und es ist etwas wovon ich auch schon mein ganzes Leben lang sehr profitiert habe.
00:20:16: denn du kannst einfach wenn du dich richtig erholst nach so einer Saison das dauert meistens bis Weihnachten aber du kannst respektieren und du kannst wirklich zurückschauen und gucken was war jetzt echt blöd wie können wir's verändern?
00:20:30: Und man entdeckt dabei auch ganz oft eigene Fehler oder eigene Fehlhaltung zu etwas.
00:20:41: Ja, wir haben keine Tiere und ich bewundere sehr die Bauern, die jeden Tag zweimal melken oder Füttern gehen usw.
00:20:50: Und eigentlich aus diesem Rat gar nicht mal rauskommen und gar nicht die Gelegenheit haben zu gucken.
00:20:57: was möchte ich noch.
00:20:59: auch diese Persönlichkeitsentwicklung war bei mir in meiner Phase.
00:21:04: Vielleicht
00:21:04: gehen wir da dann direkt nochmal drauf ein.
00:21:05: Wir haben es ja eben schon angesprochen, so ein bisschen das Thema Frau in der Landwirtschaft.
00:21:11: Erlebst du das irgendwie anders?
00:21:13: Also hast du das Gefühl dir wird manchmal anders begegnet weil du eine Frau bist oder also mit Klischees und Vorurteilen zu kämpfen?
00:21:21: Absolut!
00:21:22: Es fing schon damit an dass ich schon kein Sohn war.
00:21:24: Das war schon mal die erste Zeit.
00:21:27: Ich glaube mein Vater hätte sehr gerne einen Sohn gehabt Und musste dafür andauernd irgend wem Rede und Antwort stehen, weil er ja nur vier Mädchen hatte.
00:21:36: Ja.
00:21:37: Es ist wahrscheinlich
00:21:38: oft thematisiert worden auch von anderen?
00:21:40: Das ist ja das Umfeld, dass da immer wieder irgendwas gesagt wird.
00:21:43: Genau, genau.
00:21:44: Aus dieser Dynamik heraus war es mir ein Bedürfnis zu zeigen, dass ich es kann und vielleicht sogar geliebt und anerkannt zu werden, ein Stück weit.
00:21:54: Also die Dynamik für so viel Power und so viel Kraft lustig, sondern es hat auch wirklich etwas sehr Tiefes an den Start gegangen zu sein.
00:22:07: Und umso mehr ist es schön, dass ich das entdeckt habe, dass sich es reflektiert habe und dass ich mir eingestehen kann heute.
00:22:15: Nein!
00:22:15: Es ist total in Ordnung authentisch zu sein und ich muss überhaupt keinen fragen.
00:22:19: Ich muss doch kein beweisen und ich kann das einfach machen.
00:22:25: Ich hab manchmal das Gefühl, man muss als Frau das Bedürfnis, Dinge irgendwie doppelt so gut machen zu wollen.
00:22:31: Um sich eben auch zu beweisen und ungefähr gleich gut wahrgenommen zu werden.
00:22:38: Das kann gut sein!
00:22:40: Wir Frauen sind da wirklich bereit ganz deutlich Perfektionismus aus der Tasche zu ziehen.
00:22:45: Und wir schämen uns ganz oft und das erlebe ich bei Männern wirklich da so nicht... Es ist auch wirklich an der Zeit, damit aufzuhören.
00:22:56: Und was zuzutrauen und den Weg zu gehen.
00:22:59: Nicht gar nicht mal unbedingt immer unständig zu vergleichen sondern ich glaube dass wir Frauen... Also alleine dieses wenn es Frauen an der Macht gäbe, gäbe es keinen Krieg.
00:23:08: Das ist doch einfach eine Farbe!
00:23:10: Und so ist das mit den landwirtschaftlichen Betrieben.
00:23:15: also höher weiter schneller hat uns hilft uns jetzt nicht mehr weiter.
00:23:19: Wir haben so hohe Löhne, wir müssen einfach Qualität machen und wir müssen ganz doll in Spezialität gehen und in dieses authentische.
00:23:28: Und davon bin ich sehr überzeugt dass die Männer uns da ganz gut gebrauchen können und das wir viel enger zusammenarbeiten müssen damit daraus ein guter Schuh wird.
00:23:40: Du hast im Grunde genommen meine nächste Frage beantwortet, ohne dass ich es dir gestellt habe.
00:23:44: Ich wollte gerade fragen so was glaubst du würde sich verändern wenn die weibliche Perspektive auf den Höfen mehr gesehen werden würde?
00:23:51: Beziehungsweise welche Rolle halt die Frau dabei spielen kann.
00:23:54: für die Zukunft der Landwirtschaft.
00:23:56: Ja
00:23:57: ja ich glaube das sie ganz ganz wichtig ist sogar Das wir weil wir sind Wir sind die Mütter.
00:24:05: mit anderen Worten ja also wir werden dafür sorgen dass unserer Familie gut geht, wie groß man die auch schnüren mag.
00:24:14: Und und die Männer sind dafür da höher weiter schneller und nur.
00:24:20: also es wäre toll wenn wir da viel mehr aufeinander hören und miteinander arbeiten und keine Alleingänge machen das ich glaube dann wird gut.
00:24:34: Ich glaube, oftmals werden Frauen auch noch so ein bisschen ausgebremst.
00:24:36: Wenn es dann in die Familienplanung geht... ...dann ist man ja einfach einmal so'n Stück weit raus wenn das Baby dann irgendwie... ...ich weiß nicht ob du Familie hast oder ob du das auch erlebt hast und wie erneut deine Rolle auf dem Hof finden musstest?
00:24:48: Also ich hab selber drei Kinder und ich war tatsächlich zweimal verheiratet.. ..und für mich war klar, ich bin für Kinderhaushalt und den Betrieb zuständig!
00:24:59: Ich bin mit Zweiundzwanzig das erste Mal Mutter geworden und hatte mit Vierundzwanzig das erste Opermädchen.
00:25:06: Und habe die über den Winter zur Schule geschickt und in den Haushalt beigebracht, dann haben sie im Sommer den Haushalte gemacht und ich bin arbeiten gegangen voll des Programm.
00:25:17: Man hat auch mitgemacht also beide haben jeweils im Betrieb mitgemachten nur... Also ich hab nicht geschafft dem Haushalt an die abzugeben dass nein!
00:25:29: Hast du das Gefühl, dass das Bild von der Landwirtschaft aber von außen doch noch stark so geprägt wird?
00:25:35: Also dieses traditionelle Denken
00:25:37: und dass wir da... Ich hab das Gefühl.
00:25:39: Dass es noch sehr, dass Frauen sehr unter dieser Prägung zu leiden haben.
00:25:45: Und vor allem eingeheiratete Frauen haben es echt schwer dargesehen zu werden und vernünftig auch Entlohn zu werden.
00:25:56: Also welcher Betrieb macht das, dass er wenn er diese Frau mit rein nimmt in den Betrieb?
00:26:02: In die Familie finde ich muss sie die ganze Zeit auch entlohnt werden weil wenn es zur Erkennung kommt und Sie fangen dann an Den Zugewinnen auszurechnen weil sie vergessen haben Vertrag zu schreiben Und dann ist es so dass der betrieb geschützt wird unter Einheitswert wird berechnet Dann ist es ja so dass sie im Nachhinein eigentlich nur ein Handbrot kriegt, wenn sie dann geht.
00:26:29: Und das ist nicht fair und wenn man ganz ehrlich ist, war der Betrieb schon die ganze Zeit krank, wenn er das nicht zahlen kann.
00:26:36: So lange sie bleibt, bleibt das Geld ja auch.
00:26:39: aber es ist halt ihr Geld und ich finde wir dürfen das langsam mal fordern.
00:26:46: Ist definitiv wichtig.
00:26:47: also ich glaube viele gehen nicht mit dem Gedanken natürlich in eine Beziehung was passiert, wenn sie endet.
00:26:54: Aber ist halt einfach wichtig und dass man eben auch vor allen Dingen oft ist ja noch dieses Klischee naja dann kommt die Frau auf den Hof und dann macht sie halt das Mittagessen für alle und streichelt noch ein bisschen die Tiere füttert die Kälber oder so.
00:27:05: aber es ist ja viel mehr.
00:27:07: also die Frauen die Betriebe einheiraten sind ja teils wirklich in unternehmerische Entscheidungen mit eingebunden und viele viele viele Prozesse und das wird einfach nicht so gesehen.
00:27:18: Ja anscheinend Also bei uns war es wirklich anders, aber ich höre das immer wieder und immer mehr außen.
00:27:24: Und das finde ich wirklich interessant!
00:27:25: Ja
00:27:26: du hast ja auch noch zwei Schwestern oder drei Schwesten?
00:27:30: Sind die bei dir im Betrieb auch noch so ein bisschen mit dabei?
00:27:33: Oder machen sie was ganz anderes?
00:27:35: Die machen alle etwas anderes.
00:27:37: Die sind alle raus und die sind auch abgefunden in dem Sinne.
00:27:41: also die haben schon...
00:27:45: Das ist bei mir aus
00:27:46: meiner Schwester
00:27:46: machen auch was anderes
00:27:47: Ja.
00:27:48: Meine beiden Töchter sind auch raus, die sind schon ein Dreißigunddreißig und mein Sohn hat jetzt die landwirtschaftliche Ausbildung schon seit zwei Jahren beendet und der steigt rein.
00:28:00: Ah ja?
00:28:01: Er hat jetzt noch drei Jahre Zeit und dann werde ich ihn nochmal fragen und dann hoffe ich dass er sagt, ja ich will!
00:28:10: Ohne zu viel Druck aufzubauen.
00:28:11: man hofft dann ja das er ja sagen wird.
00:28:15: Ja, es zeichnet sich auch so ab.
00:28:17: Also er begeistert, er tauscht sich aus und wir sind jetzt schon in Beratung die Lampfisch-Schöpfskammer.
00:28:22: da können wir alle halbe Jahre dann zum Gespräch zu Tritt zusammenkommen und genau ich hätte echt großen Lust das besser hinzukriegen als mein Vater ist getan.
00:28:37: Vielleicht einmal noch kurz zurück zur Blaubeere weil ich hatte mir noch einen Begriff aufgeschrieben.
00:28:41: du hast mal gesagt Du bist die Hüterin der Blaubehere.
00:28:44: Was bedeutet dieser Begriff für dich?
00:28:47: Ja, durch den Bioanbau und diese Anbauweise ist es finde ich sehr wichtig.
00:28:54: Wir gucken wie wächst die Pflanze wir schneiden sie, wir pflegen sie.
00:28:59: aber nicht nur sie sondern auch der Boden in dem sie wächst ist für diese Pflanzen genau das was sie benötigt.
00:29:08: Ja, und ich trage dieses gesunde Obst nicht nur im Herzen sondern auch vor vom Herzen.
00:29:13: Also ich versuche die Blaubere wirklich nach vorne zu bringen.
00:29:21: Gibt es etwas was dich immer wieder daran erinnert quasi warum du's machst?
00:29:27: Wofür du ist
00:29:28: tust.
00:29:30: Also erstmal bin ich ja mit der Natur hier unglaublich verbunden und das hat sich im Rahmen meiner Persönlichkeitsentwicklung noch sehr, sehr intensiviert.
00:29:40: Und ich habe erkannt dass ich dafür ein Stück weit auch eine Verantwortung habe, dass in der nächsten Generation wird es übergeben und die sollen und dürfen dann weiter damit arbeiten mit dieser Idee von ja, von Verbindung mit Natur und mit Boden und mit den Pflanzen.
00:30:08: Gibt es auch Momente die dich irgendwie zweifeln lassen?
00:30:11: Ja das Klima.
00:30:14: Vor zwanzig Jahren noch war der Haupternte Monat der August und jetzt ist er Haupterntemmonat der Julai.
00:30:23: schon so viel Ungeziefer, die aus Asien oder die aus anderen Teilen Europas hier rüberkommen und die uns das Leben echt schwer machen hier im Bio-Anbau.
00:30:34: Ist es was, was du den Menschen auch vermitteltst?
00:30:37: Wenn man zu dir auf den Hof kommt als Besucher ist das ein bisschen heile Welt.
00:30:40: wir haben jetzt hier unseren schönen Tag fürken Blaubern oder thematisierst sie das auch also gibt hast du da auch diesen?
00:30:45: Du hast auch erzählt zum Beispiel dass du Vorträge hältst teilweise ich weiß nicht ist das so ein Thema dass du auch möchtest dass wir Menschen da mitnehmen in unseren Alltag, in unsere Probleme
00:30:55: aber auch?
00:30:56: Ja natürlich.
00:30:57: Also wenn ich Vorträge halte dann frage ich die Leute auch und wann essen sie Blaubern und wo kaufen Sie die usw.
00:31:04: Und dann kommt schon... Ganzer Jahr die Ware aus Peru essen, dann können wir sicher sein dass wir dafür sorgen das der ganze Landstriche einfach zerstört werden.
00:31:15: Es wird das Wasser dort verbraucht.
00:31:16: Die Bauern die dort sind den wird das Land genommen.
00:31:20: Die dürfen ein paar Jahre auf diesen Farben mitarbeiten und dann irgendwann ist das Wasser alle.
00:31:25: Der Boden ist fertig und dann stehen die ohne alles da.
00:31:30: Ja, die Kultur Heidelbeere ist ja seit sechzig Jahren jetzt hier in Deutschland und am Anfang war der Prokopverbrauch zweieinhalb Kilogramm.
00:31:41: Und jetzt ist der Prokopf verbraucht zweieinhalb Kilo, zwei tausendfünfhundert.
00:31:46: Ja nur diese Ware wird ... Der kleinste Teil dieser zweieineinhalb Kilo wird im Sommer und aus Deutschland gegessen.
00:31:55: Sondern halt eben Im Moment sind die aus Spanien und Narokko.
00:32:02: Und die sind günstig, aber es ist eigentlich eine Schande.
00:32:09: Also ich finde Landwirtschaft hat auch ne Verantwortung und das sind welche, die sind verantwortungslos angebaut.
00:32:17: Das sind echt krasse Zahlen, die das nochmal ziemlich stark verdeutlichen... Hab ja vorhin schon gesagt, ich stehe echt auf Blaubern.
00:32:23: Aber mich gruselt es dann auch wirklich vor diesen Verpackungen die im Supermarkt dann im Winter da rumliegen.
00:32:28: also kann das nicht nachvollziehen.
00:32:31: Vor allen Dingen weil wie du schon sagst man kann auch jederzeit tiefgefrorene Erdbein sei schon blau werden bei dir auch bekommen ne?
00:32:38: Ja das kam an und man kann sie hier selber flücken und dann sind Sie durchaus erschwinglich.
00:32:43: Ich weiß schon dass meine Ware nicht ganz günstig ist aber es gibt Möglichkeiten Und sie is einfach ... sehr, sehr gesund und man hat damit einen Beitrag, den man leistet irgendwie.
00:32:56: Und die aus dem Supermarkt sind ja ganz kleine Packungen... ...und da ist der Kilo-Preis oft noch viel, viel höher als bei mir.
00:33:04: Ja stimmt!
00:33:05: Gibt es irgendwas was du unseren Zuhörenden jetzt noch auf den Weg mitgeben wollen würdest?
00:33:11: Also ähm...ja ich finde man isst, was man ist.
00:33:18: Genau, ich kaufe meine Sachen dort ein wo ich weiß dass die Menschen gute Arbeit machen und ich stehe ganz oft bei Netto und denke so wow was soll ich hier kaufen?
00:33:31: Es ist wirklich alles irgendwie Betrug.
00:33:36: Und da wirklich mit sich selber mal vielleicht ins Gericht zu gehen und zu gucken was will ich und was möchte ich erreichen?
00:33:44: Nicht zu denken, ich bin so klein.
00:33:45: Ich habe keinen Einfluss.
00:33:47: Das glaube ich nicht.
00:33:48: Ich glaube jeder einzelne hat einen großen Einfluß.
00:33:51: Ja starkes Schlusswort weil ich hätte sonst alles was mich interessiert hatte gefragt.
00:33:58: wenn du nichts mehr hast was du gerne noch sagen möchtest Dann bedanke ich mich für das Gespräch.
00:34:04: Ich fand es super spannend, weil wie gesagt ... Also, ich hatte wenig Ahnung von Blaubeeren.
00:34:09: Ich hab einen ganz guten Einblick bekommen in deinem ... Ich hab auch Lust bekommen, deinen Hof zu besuchen!
00:34:14: Ganz so weit ist es von mir aus gar nicht, habe ich festgestellt.
00:34:17: Ich glaube vielleicht glück ich mir meine Portion Heidelbeeren dieses Jahr mal bei dir vor Ort?
00:34:22: Ja und dann bedanque ich mich dass du bereit warst heute mit uns zu sprechen und so viele tolle Sachen uns erzählt hast.
00:34:29: Ja.
00:34:29: Ich danke auch, dass ich sprechen durfte und kann nur sagen herzlich willkommen!
00:34:35: Dankeschön.
00:34:36: Aber bevor ich es vergesse, ich habe noch einen kleinen Tipp für euch.
00:34:39: Wie wäre es wenn ihr die Tisa der neuen Folge schon eine Woche früher zu hören bekommt als alle anderen?
00:34:44: Genau das könnt ihr in unserem WhatsApp-Kanal plus exklusive Einblicke, die es nirgends wo sonst gibt.
00:34:48: Wer dabei sein will den Link findet ihr unten in der Folgenbeschreibung.
00:34:51: Abonnieren lohnt sich.
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