Mehr als ein Erbe – Wenn Höfe Zukunft brauchen

Shownotes

Gast: Max Klockemann.
Die Entscheidung, einen landwirtschaftlichen Betrieb zu übernehmen, ist weit mehr als eine berufliche Weichenstellung. Sie bedeutet Verantwortung für einen Familienbetrieb, für Mitarbeitende, für die nächste Generation. Und oft auch für eine jahrhundertelange Geschichte. Gleichzeitig stehen junge Landwirtinnen und Landwirte heute vor wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen, die die Hofnachfolge komplexer machen als je zuvor.

In dieser Folge von LANDCAST – from roots to reality spricht Gesa Ramme mit Max Klockemann, Landwirt aus dem Weserbergland und Vorsitzender der Junglandwirte Niedersachsen e. V. Gemeinsam sprechen sie darüber, warum sich immer weniger junge Menschen für die Hofübernahme entscheiden, welche Verantwortung mit dieser Entscheidung verbunden ist und weshalb Planungssicherheit, Leidenschaft und neue Ideen entscheidend für die Zukunft der Landwirtschaft sind.

Wir sprechen darüber,
• warum Hofnachfolge weit mehr bedeutet als die Übergabe eines Betriebs,
• welche Herausforderungen junge Landwirtinnen und Landwirte heute beschäftigen,
• weshalb Gemeinschaft, Ehrenamt und Zusammenhalt auf dem Land so wichtig sind,
• wie neue Ideen Landwirtschaft und Gesellschaft wieder näher zusammenbringen,
• und warum Zukunft auch den Mut braucht, neue Wege zu gehen.

Eine Folge für alle, die verstehen möchten, wie junge Landwirtinnen und Landwirte Verantwortung übernehmen, Familienbetriebe weiterentwickeln und Landwirtschaft aktiv gestalten.

Weitere Informationen findest du hier:
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Transkript anzeigen

00:00:07:

00:00:16: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge vom Landcast.

00:00:19: Mein Name ist Gesa Ramme, ich bin selbst Landwirtin aus Gifford in der Südheide auf einem Legehennen-Betrieb.

00:00:24: Und zu Gast bei mir heute ist Max Klokkemann auch Landwurt aus dem Weserbergland und Vorsitzender der Junglandwirte Niedersachsen eV.

00:00:32: Wenn man das so hört, tut sich als allererst eine Frage auf.

00:00:37: Und bis wann ist man ein Junglandwirt?

00:00:40: Ja, hallo zusammen.

00:00:42: Ich bin neunzwanzig Jahre alt und das ist eigentlich relativ einfach geregelt.

00:00:46: also ich glaub in der Agrarförderung es ist ähnlich dass ein Jung Landwirt quasi bis bis vierzig und bei den Junglernmitmachen darf man auch bis zu dem Alter.

00:00:57: aber ja das kann auch jeder Arbeitskreis für sich dann entscheiden wie er das auslegt.

00:01:02: und ich sag mal so ab fünfunddreißig fängt das an die Leute dann teilweise ein bisschen zu alt fühlen und langsam auch wieder rausgehen.

00:01:12: Dass man sich schon aufzieht, du bist ja kein Junglandwirt mehr mit Ende drei.

00:01:17: Ich kenne das von der Junglandwirte-Premier nämlich dass es bis vierzig geht.

00:01:20: aber hätte sein können, ich weiß nicht ... Du kannst mal was über diesen Verein erzählen oder überhaupt mal den Begriff Jungland wird.

00:01:28: da steuert man vielleicht außerhalb der Branche drüber wenn man das aus anderen Branchen gar nicht so kennt.

00:01:33: also ein Jungkoch oder einen jungen Bäcker sagt einem so ja erst mal gar nicht.

00:01:36: Aber in unserer Branche, der Landwirtschaft ist das ja voll der Begriff.

00:01:40: Warum ist es bei uns irgendwie was Besonderes?

00:01:42: Dass es diese Junglandwirte gibt.

00:01:45: Das ist eine total spannende Frage wo ich mir so ehrlich gesagt noch gar keine Gedanken drüber gemacht habe warum das bei uns so besonders ist.

00:01:54: vielleicht ist es besonders weil es zu wenig Hofnachfolger gibt und die wenigen wenn's wenn Junglandwirt weiter macht dann Jungland wird hin dass es was Besonderes ist und deswegen extra erwähnt wird.

00:02:05: Das wird bestimmt nicht der Grund sein, aber bei den Jungenlandwirten Niedersachsen wo ich fortschne bin, ist es so das für Nieder Sachsen quasi der Vorsitzende bin und wir insgesamt ca.

00:02:16: twenty-fünf Arbeitskreise haben die sich übers ganze Land erstrecken.

00:02:19: Und ursprünglich habe ich dann mal mitgemacht nach der Ausbildung bei den Junglandwirte Wieser Bergland da bin ich auch immer noch als Beiselster im Vorstand Und das ist ein Arbeitskreis, wo wir uns vor Ort treffen.

00:02:31: Meistens wird dann so ein Winterprogramm gemacht, wo die meisten Leute halt am meisten Zeit haben von den jungen Landwirten.

00:02:37: Ganz klassisch

00:02:38: in der Landwirtschaft, im

00:02:39: Winter können

00:02:39: wir irgendwas anderes machen mal!

00:02:41: Ja da wird dann ganz breites Programm erstellt, wo man dann ja Redner einladen und Vorträge anhören vielleicht Betriebsausflüge machen.

00:02:50: Man kann dann viel Netzwerken mit anderen aus der Branche wie es denen so geht und einfach dieses netzwerk hat mich halt immer beeindruckt und gefallen zu hören was ist bei anderen los?

00:03:00: die machen andere.

00:03:02: Andere Sachen und welche haus oder lösen die wie?

00:03:04: und ja was ist deren lösungsansatz?

00:03:08: Und das war eigentlich immer total inspirierend.

00:03:09: und dann habe ich mich da mal sehr wohl gefühlt, und dann kam irgendwann der Anruf ob ich mir das nicht vorstellen könnte für Niedersachsen zu machen und bin dann vor anderthalb Jahren Vorsitzender geworden Und ein Jahr zuvor war ich Stellvertreter.

00:03:25: Also läuft deine Zeit dann auch in zehn Jahren ungefähr ab?

00:03:27: So mit vierzig bist du dann raus oder ...

00:03:29: Ja, ich glaube das wäre eine sehr lange Amtszeit, wenn ich bis dahin noch vorsitzender bleibe.

00:03:34: Aber genau, ich hab da auf jeden Fall Spaß dran.

00:03:37: Mir macht Spaß sich für den Nachwuchs oder für den Berufsstand einzusetzen und dafür bessere Bedingungen zu kämpfen.

00:03:45: Ich glaub, da wären wir heute ja auch noch ein bisschen... drüber quatschen, was die Herausforderungen sind und wie man sich als Jungland wird heutzutage so fühlt oder was man vielleicht gerne anders haben möchte.

00:03:55: Warum so wenig Leute wirklich am Ende ein Hof immer nehmen?

00:03:59: Genau da gehen wir gleich auf jeden Fall noch drauf ein.

00:04:01: Das Ding mit Junglernwürtteln ist ja glaube ich es geht gar nicht so viel um das Alter sowie ich das ja gerade irgendwie so angedeutet habe sondern vielleicht eher weil wir eben diese Besonderheit haben des Generationswechsels.

00:04:10: Das ist ja irgendwo immer so ein einschneidendes Erlebnis auf einem Hof dass jetzt hier einen anderen berufen Wenn das Wort Jungunternehmer oder so gibt's ja noch, wenn man irgendwie neu anfängt.

00:04:19: Aber ich glaube, das ist dieser springende Punkt, dass wir diese Hofnachfolge als ein schneines Erlebnis haben und da wollen wir auf jeden Fall noch näher drauf eingehen.

00:04:27: Aber vorher wollen wir was über dich noch hören?

00:04:30: Wenn du dich jetzt einmal beschreiben möchtest oder was über Dich erzählen möchtes erst mal ganz unabhängig von deinem Hof, was würdest du so über dich erzählen?

00:04:36: Dass wir dich einmal kennenlernen!

00:04:39: Ja wie bin ich?

00:04:41: Ich bin glaub' ich sehr ärgerheitslich und sehr zielstrebig in dem Dem, was ich tue verbringe aber auch sehr gerne Zeit mit Familie und Freunden.

00:04:50: Bin sehr gerne draußen in der Natur unterwegs... ...und betreibe auch gern Sport.

00:04:56: also ich spiele noch Fußball.

00:04:58: Bin aber meistens immer von Verletzung geplagt.

00:05:02: Dass das aktuell ein bisschen ruht.

00:05:03: Die, die

00:05:03: bei deinem Beruf entstehen?

00:05:05: Beides!

00:05:05: Super

00:05:06: zusammenspielt.

00:05:09: Das ist nicht immer unbedingt grad als Selbstständiger der ... das beste Hobby.

00:05:15: aber es ist tatsächlich wichtig irgendwie oder ich finde es wichtig noch nebenbei was zu haben wo man auch mal komplett abschalten kann.

00:05:21: Landwirtschaft ist schon so eine ziemliche Bubble in der man sich bewegt und egal wo man hingeht Wenn man in der Babel mit anderen spricht, geht es immer um Landwirtschaft.

00:05:29: Es gibt kein anderes Thema?

00:05:29: Auch

00:05:30: am Familientisch.

00:05:31: Wenn du nicht aufpasst, müsst du uns zusammenreißen, wenn die große Familie da ist, dass nicht nur Landwirtschaft immer Thema ist.

00:05:39: Weil's einfach so viele Sachen gibt, worüber man sprechen kann.

00:05:43: Deswegen fühl ich mich beim Fußball sehr wohl, weil man komplett mit anderen Leuten ist und andere Themen hat und super bei Sport abschalten kann von dem stressigen Alltag ... den so ein Hofleben dann auch einfach mit sich bringt.

00:05:56: Fällt dir das leicht?

00:05:57: Oder ist es einfach, dir da Zeit auf früher frei zu schaufeln?

00:06:00: Also ist dein Betrieb so strukturiert dass du sagen kannst ja ich hab hier mein festes Training oder irgendwie so.

00:06:04: oder ist das jedes Mal auch so bisschen mit Stress verbunden dass du sagst jetzt muss ich noch zum Fußball obwohl ich eigentlich hier weiß was ich wetter passt ich muss aus Feld fahren?

00:06:11: oder

00:06:11: Ja das ist ganz klar.

00:06:13: also ich habe auch vorher noch immer bei der ersten Mannschaft gespielt bei uns im Ort Und dann war es schon so, dass man zwei bis drei Mal, teilweise viermal in der Vorbereitung die Woche was mit Fußball hatte.

00:06:26: Das ist jetzt heutzutage oder auch nicht mehr darstellbar seitdem ich noch das Ehrenamt mit den Jungen entfütten habe.

00:06:32: Ich engagiere mich im Ortsrat ... Betrieblich sind wir auch so aufgestellt, dass wir die letzten Jahre kontinuierlich gewachsen sind.

00:06:39: Dann kam vor zwei Jahren das Meißlaborin dazu, was noch zum eigenem Betriebswerk gewachsen ist.

00:06:44: und betrieblich haben wir so aufgestellt, dass mein Vater mittlerweile mit über siebzig dann natürlich weniger macht und das Meistern auf meinen Schultern liegt, war das nicht mehr möglich so

00:06:56: oft."

00:06:56: dabei zu sein.

00:06:58: Jetzt spiele ich in der zweiten Mannschaft, das ist ein bisschen flexibler wie oft man zum Training kommt oder man wird dann nicht direkt auf die Bank gesetzt wenn man mal nicht dabei ist.

00:07:05: aber ja natürlich also oft ist es dann auch mal stressig dass man's überhaupt zum Training schafft und glaube viele verstehen das vielleicht noch nicht warum er dann auf den letzten Drücker kommt oder dann vielleicht nach dem Training nochmal wieder los muss oder... Aber ich habe immer versucht mit diesen Freiraum irgendwie zu nehmen und auch zu behalten weil jetzt einfach ein super guter Ausgleich ist.

00:07:26: Manche Wochen klappt es in der Ernte und so natürlich weniger.

00:07:28: Ja

00:07:29: klar, aber ich glaube das ist auch super wichtig.

00:07:31: also ich find's auch mega dass du das ansprichst Ich glaube auch in unserer Generation sehen das vielleicht öfter nochmal Menschen so als das vielleicht früher der Fall war Dass man irgendwie auch außerhalb der Arbeit noch ein eigenes Leben hat.

00:07:41: sozusagen erzähl mal bisschen was über dein Hof.

00:07:44: habt ihr einen reinen Ackerbau Betrieb oder?

00:07:46: Es hast du schon etwas des Maislabüren angesprochen ist auf jeden fall Ackerbauer?

00:07:50: Ja, wir haben reinen Ackerbau-Betrieb.

00:07:52: Wir waren früher mal Milchviehbetrieb bis zu neunzehnundsechs und neunzig, wo ich geboren bin, hab ich also nichts mehr von mitbekommen.

00:07:58: Wir hatten immer noch ein paar Rinder gehabt bis zum Jahr zehnzehnt.

00:08:01: Und sind dann aber auch komplett aufgehört damit und haben uns dann rein auf den Ackerbau spezialisiert.

00:08:08: Dann kam so'n entscheidender Moment bei mir ... Da war ich schon in einer Fachschule seitdem mein Land wird fertig die Ausbildung und hab weitergemacht mit der Fachschulle, den Betriebswirt.

00:08:20: Und dann kam diese extrem trockenen Sommer.

00:08:22: Dann haben wir so zwei Jahre, dadurch dass wir in Bad Münder wohnen ... Da muss man sich vorstellen im Tal.

00:08:28: Wir haben zwei Gebirgsketten, da ist ein Synthel und sehr unterschiedliche Böden.

00:08:32: Und da war so ein Schlüssel geeignet einfach durch diesen trockenden Jahren wie auf den schlechteren Standorten mit Südhangen, mit viel Sonne, ja, einfach extrem schlechte Erträger hatten.

00:08:44: Ich hab irgendwie gesagt, wir haben jetzt die zwei Jahre nichts verdient auf diesen Flächen Weil wir so wenig geerntet haben durch diese Trockenheit.

00:08:50: Wir müssen irgendwas anders machen.

00:08:52: und dann haben wir angefangen, auf diesen Flächen Gras anzubauen und das direkt zu vermarkten an Pferdehälter.

00:08:59: Das haben wir vorher schon immer gemacht weil viel Grünland noch damals von mich, viel Betrieb sag ich mal überhatten, das haben wir da einfach zur Heu-Produktion genutzt und es haben wir dann quasi sukzessive ausgebaut und machen damit mittlerweile spezielle Pferdesorten die besser verträglich sind weniger Zuckergehalt haben weniger Fructalengeheilt ist halt so ein richtiger eigener Betriebswerk geworden.

00:09:20: Mittlerweile machen wir das auf vierzig Hektar ungefähr, dass wir da direkt Häufer markten auf solchen Grenzstandorten.

00:09:28: und den Rest versuchen wir schon mit Zuckerrüben, Rapsweizen, ja, Brotgetreide Hafer, Mais natürlich auch Körnermeis wie auch Mais für die Biobröselanlage sehr breit anzubauen.

00:09:40: Ein weiteres Betriebeswerk nenne ich eigentlich immer schon die Biodiversität.

00:09:44: also wir haben viele Flächen, die wir bewusst unterteilt haben wo wir dann mit Insektenwellen arbeiten, die direkt am Spaziergängerweg dran langgehen oder so.

00:09:54: Oder bewusst irgendwie versuchen grüne Elemente miteinander zu verbinden mit Brache oder mit Altgratstreifen und sowas.

00:10:01: Genau sind durch die Heu-Produktion auch sehr aktiv in der Rickettsrettung bei uns vor Ort.

00:10:07: Und genau im Jahr zwanzig kam dann durch einen lustigen Zufall mit dem Bürgermeister zusammen.

00:10:14: Da gibt es über den Münder so ein ... Pimpio Town nennt sich das.

00:10:17: Also, dass die Schüler quasi Stadtrat nachspielen mit dem wirklichen Stadtrat der Stadt in Münna zusammen.

00:10:23: Der Bürgermeister und ein paar Stadtratkollegen kommen in die Schule ... Und die Kinder dürfen sich dann überlegen was wollen wir die Politik ranbringen?

00:10:32: Wie läuft so eine Stadtratssitzung ab und was könnte man da an die Politiker antragen?

00:10:36: Da haben sie sich eine Attraktion gewünscht und wollten gern Labyrinth.

00:10:39: Das war natürlich in der Stadt umsetzbar.

00:10:42: Und dann ist der Kontakt zwischen mir und die Bürgermeister von Bad Münder entstanden.

00:10:46: Wir haben gesagt, okay ... wie können wir so was umsetzen?

00:10:49: Ich hatte auch gar keine Idee.

00:10:50: Also ich hatte hier und da mal gehört, dass es einen Labyrinth gibt oder überhaupt nicht, wie's funktioniert.

00:10:57: Dann hab ich mich ein bisschen schlauer gemacht.

00:10:59: Seit vierundzwanzig bieten wir jetzt außer Auseausen auch den Maislabyrinth an!

00:11:03: Ja,

00:11:03: und wie funktioniert's denn?

00:11:06: Ja also ...

00:11:07: Machst du da so ein spezielles Muster rein?

00:11:08: Oder jedes Jahr wahrscheinlich eine andere ... Dann kann ich nicht sagen, jedes Jahr das gleiche Labyrinth oder so.

00:11:13: Ich stand da auch vor und dachte was für ein Bus.

00:11:15: Jetzt habe ich einfach das Wappen von unserem Ort genommen.

00:11:18: Also ich wohne in Nesselrede.

00:11:19: Und Nettelrede hat so einen Brennnesselblatt weil es vom Nesselerde abstammt.

00:11:24: Diese Blattalern waren dann quasi die Wege... Und drum gab's um dieses Blatt quasi noch ein bisschen Labyrinthmuster.

00:11:31: Das war halt das erste Maislabyrinth, aber da waren auch viele Sachen nicht bedacht.

00:11:36: Wir hatten Leute und es gab eine Möglichkeit, wenn man dreimal rechts gegangen ist, dann warst du schon wieder draußen!

00:11:41: Das war für welche natürlich blöd, wie gesagt haben wir nur zehn Minuten gebraucht.

00:11:45: Aber man konnte natürlich auch anderthalb Stunden, je nachdem welchen Weg man hat gewählt hat... Ja, das war unsere Erfahrung, die man gemacht hat, wie man es hätte nächstes Mal anders machen können.

00:11:54: Und genau im zweiten Jahr haben wir dann ein riesengroßes Spinnennetz als Labyrinth-Muster gemacht.

00:11:59: Es hat immer eine sehr große Herausforderung, einen Symbol auszuwählen was von oben gut aussieht sag ich mal etwas was her macht aber gleichzeitig auch labyrinth technisch interessant ist weil die Leute wollen ja noch eine bestimmte Herausforderung haben.

00:12:12: Ja da hat man sehr viel gelernt wo es noch keine Erfahrungen zu gab und

00:12:17: es wird... Rexilt ihr das Muster einfach rein oder also erstmal baut ihr ganz normal Mais an sagt der wächst?

00:12:24: durchgepresst oder

00:12:26: so.

00:12:26: Wir haben tatsächlich, da hab ich mich dann auch schlau gemacht über agrarves Netfarming die Möglichkeit genutzt den Karte zu schicken und dort wurde sie dann quasi digitalisiert.

00:12:37: Und dieses Muster wurde dann quasi direkt eingesät.

00:12:40: also diese Karte wird auf dem Schlepper gespielt und die Drille weiß genau wo legt sie meist hin und wo ist ein Weg?

00:12:46: Wo sie dann kein Mais hinlegt und der Träger kann ganz normal das Feld abfahren und am Ende entsteht Ein richtig cooles Labyrinth, wenn technisch alles funktioniert.

00:12:53: Im ersten Jahr hatte der Tracker dann drei Runden gedreht und ... Dann hat ich den Fahrer gefragt und läuft alles.

00:12:59: Er sagt ja, ja.

00:13:00: Und schaltet sie auch ab.

00:13:02: wie abschalten?

00:13:03: Ja, und dann waren drei Runde gelegt und die Drille funktionierte nicht.

00:13:08: Und dann brauchte es ein paar Läufe bis das geklappt hat.

00:13:12: Gott sei Dank war das ja nicht ganz so stressig weil man natürlich auf Lohntannehmen war.

00:13:16: Zeitdruck, die müssen möglichst viel Fläche in kurzer Zeit einsehen.

00:13:20: Und wenn dann irgendein Jungland wird um die Ecke kommen und ganz tolle besondere Ideen hat ist da meistens wenig Zeit zu.

00:13:26: Von daher war ich ganz glücklich dass das dann geklappt hat noch dieses Jahr wieder geklappt hat.

00:13:29: also spätestens wenn es anfängt aufzulaufen sieht man ja auch geklapt hat nicht.

00:13:35: Wie groß ist die Fläche?

00:13:37: Letztjahr war sie dreieinhalb Hektar.

00:13:38: diese sind wir bei vier Hektare wobei wir auch einen halben Hektaren ungefähr an Parkflächen und Veranstaltungsfläche verbrannt

00:13:44: haben.

00:13:46: Ja, und wenn ihr dann ein falsches Muster hast, dann hast du die Leute im Mais checken.

00:13:49: Dann kommen die da nicht raus.

00:13:50: Das ist schon eine große Verantwortung!

00:13:53: Wir haben extra auch Notwege und so was eingerichtet für ... Wenn man sich wirklich mal komplett verrennt, dass es auch die Möglichkeit besteht irgendwie auch wieder rauszukommen.

00:14:00: Genau.

00:14:01: Und dann machst du dann auch im Sinne von Öffentlichkeitsarbeit nebenbei gibt's irgendwie Informationenstafeln da?

00:14:06: Also gehts so just vor Pfannen das Ganze oder versuchst du auch den Leuten, die da kommen bisschen etwas mitzugeben?

00:14:11: Das ist das Riesenpotenzial, was ich total unterschätzt habe.

00:14:13: wir haben sie eigentlich aus dem Aspekt gemacht mit der Stadt zusammenzumachen, um für die Regionen vor Ort.

00:14:19: Für die Kinder und Familien was zu schaffen?

00:14:22: Aber dann wurde mir klar, dass es eine Möglichkeit ist, die Menschen wieder auf den Acker zu holen.

00:14:27: Dass sie mal wieder Landwirtschaft nahbarer ist nicht nur beim Erdbeerflücken oder beim Streichel Zoo sondern wirklich mal wieder auf dem Acker sein.

00:14:37: Wir haben uns im zweiten Jahr überlegt, eine Art Quiz zu machen.

00:14:40: Also wir haben neun verschiedene Fragen im Labyrinth versteckt.

00:14:45: Frage hatte drei Antwortmöglichkeiten und die Antwortmögen hat eine Buchstaben.

00:14:49: Und so konnte man sich seine Buchstabe quasi zusammensuchen muss am Ende Lösungswort daraus erstellen, und dann haben wir unter allen die mitgemacht haben diese Lösungsworte dann eingeworfen haben.

00:14:59: Die konnten ein toller Preise gewinnen und es waren aber alles landwirtschaftliche Fragen, die wir da ausgearbeitet hatten und so musste die Leute sich dann Gedanken machen wie viel Megen hat ne Kuh oder solche Sachen halt?

00:15:09: Und wir haben aber auch viel, dadurch dass ich bei dem Netzwerk Leitbetriebe Pflanzenbau mit Mitglied bin.

00:15:14: Haben wir auch da drüber Werbematerialien, Schilder Infotafeln und sowas im Labyrinth versteckt die Leute dann entdecken können und so ein bisschen auf spielerische Art und Weise einfach ein bisschen was über Landwirtschaft erfahren.

00:15:26: Und ich glaube das ist ein ganz ganz wichtiger Beitrag heutzutage um Landwirtschaft etwas nahbar zu machen.

00:15:32: Ja wann geht es los?

00:15:33: Wann ist es für euch?

00:15:35: Also wir eröffnen Anfang Juli.

00:15:38: Im ersten Jahr war es das dritte Wochenende, im zweiten Jahr das zweite und dieses Jahr plan ich das erste Wochenende.

00:15:43: aber ich hab schon ein bisschen Panik weil ... Weil's jetzt so kalt war.

00:15:46: in Mai ist es kaum gewachsen.

00:15:49: und ja, ich hoffe dass der jetzt einen Tourboar einlegt und nicht dass wir nur Kinder- und Kleinwüchse gereilassen dürfen, weil alle anderen noch da oben darüber hinweg gucken können.

00:16:01: Irgendwie auch witzig!

00:16:02: Aber wie lange geht Sonne-Saison dann?

00:16:04: Ja, wir hatten im ersten Jahr als Silo-Mais geerntet.

00:16:07: Weil wir diese Körner Maisoption noch gar nicht so in Betracht genommen hatten und dann war das Ende September vorbei, weil's gernet wurde.

00:16:13: Im zweiten Jahr waren wir quasi zugezwungen, weil ... Wir ja auch noch Veranstaltung machen, kann ich gerne was zu erzählen.

00:16:20: War die Ernte für Mitte September schon angedacht?

00:16:22: Wir hatten aber Ende September eine Horrorveranstaltung im Maislabyrinth.

00:16:26: Dann mussten wir zwangsweise den Mais stehen lassen, nicht als Silomais ernten, sonst hätte es ... Ja, Horror-Meister-Labyrinth mit Mais-Hexler gegeben.

00:16:35: Das haben wir dann sein lassen und als Körner meist gern.

00:16:38: So konnten wir einen ganzen Monat länger aufmachen, hatten die Herbstferien noch mal wo es ein bisschen genutzt wird.

00:16:43: aber es wird am Ende weniger wenn's draußen ungemütlicher wird und so das merkt man natürlich auch.

00:16:48: Gerade so könnt ich mir vorstellen, wenn's abends eher dunkel wird dass man da wirklich nochmal eine Nachtveranstaltung macht.

00:16:53: Musselveranstaltungen können wir gut vorstellen.

00:16:56: Habt

00:16:56: ihr jeden Tag auf oder nur am Wochenende?

00:16:58: Nee, wir haben komplett die ganze Woche geöffnet.

00:17:00: Ist aber auch ... Da sitzt keiner vorne.

00:17:02: Wir haben das gelöst mit einem Container.

00:17:05: Mit einer Kasse drinnen und Kameras.

00:17:07: Aber trotzdem am Ende ist es schon eine freiwillige Zahlung.

00:17:11: Man steht da zwar sehr unter Beobachtungen, aber da kann man dann immer nur darauf hoffen, dass die Leute noch ehrlich sind und das tolerieren.

00:17:19: Natürlich gibt's genug, die das ausnutzen, sag ich mal.

00:17:22: Ja, wenn man nicht solche Besucher anströme in der Woche, dass wir da irgendwie jemand hinsetzen können für einen Stundenlohn.

00:17:29: Der das irgendwie abkassiert, das würde nicht funktionieren.

00:17:32: Ich bin mir jetzt auch gar nicht zu sehr auf das meiste Labyrinth versteifen.

00:17:34: Aber ich finde das so spannend.

00:17:36: Und das gibt's ... Ich weiß gar nicht, ob es das in unserer Region irgendwo so gibt?

00:17:39: Ich erinnere mich als Kind, bin ich mal an einem gewesen.

00:17:42: Das ist schon ein bisschen lange her aber... Es war ein sehr einsteines Erlebnis.

00:17:46: Ich erinner mich noch gut weil die hatten wirklich Da waren Menschen mit drin.

00:17:50: Also teilweise so Strohpuppen, aber eben auch echte Menschen.

00:17:52: und dann standen wir da und haben diese eine in Anführungszeichen Strohhpuppe gut achtet als sie sich halt plötzlich bewegt und buh gesagt hat.

00:17:58: und ich erinnere mich noch sehr an diesen Schreck die nicht dabekommen habe.

00:18:02: also es war auf jeden Fall irgendwie so eine Gruselveranstaltung im Meisterbericht.

00:18:06: Aber du hast gerade noch von irgendwelchen anderen Veranstaltungen gesprochen, da darfst du auch gerne nochmal drauf eingehen wenn du willst.

00:18:10: Ja, klar.

00:18:11: Also im ersten Jahr war es dann so, dass wir das Labyrinth erstellt hatten und ich war froh, dass alles lief.

00:18:17: Hätte da irgendeine Tonne vorgestellt, wo man Geld reinwerfen konnte.

00:18:20: Dann sollte's eigentlich ein Selbstläufer sein, weil man eh genug zu tun hat als Ackerbauer im Sommer.

00:18:26: Und ... dann erreichte mich, glaub ich, im August oder im September die Nachricht auf Instagram von einer Freundesgruppe, die sich gerne verkleiden und Lust haben irgendwie zu erschrecken.

00:18:39: Und ob man das nicht im Maislabyrinth machen könnte.

00:18:42: Dann haben wir uns kurzerhand da getroffen und gesagt, gut, wir machen einen Horror meist labyrinth.

00:18:49: Die verstecken sich quasi im Maisfeld.

00:18:51: Wir machen vorne eine Kasse und dann laufen die Leute durch, lassen sich erschrecken, müssen durchs Labyrinth durchfinden und trotzdem lauern der Haltenpaar gestalten.

00:19:00: Das haben wir dann gemacht und hatten an diesem Wochenende ... gemacht haben.

00:19:06: Ich weiß gar nicht, auf jeden Fall über tausend knapp zwei Tausend Leute da gehabt und hatten eine Warteschlange von ja ... Über zwei Stunden.

00:19:14: Krass!

00:19:14: Also wir hätten ja keinen Ticket-Shop oder keine Zeitslots.

00:19:18: da arbeiten wir jetzt zum Beispiel mit.

00:19:19: aber wir hätten ein Riesenschlange, aber keiner ist nach Hause gegangen.

00:19:23: alle haben dann dieses Kreischen im Maisfeld gehört und dachten was erwartet uns da drinne?

00:19:28: Und alle hatten diesen Reiz da unbedingt rein zu wollen.

00:19:31: Ja, Getränke und Pommes wurden nicht groß verkauft.

00:19:34: Weil alle Leute in der Schlange waren und keiner seinen Platz hergeben wollte.

00:19:38: aber ja es war ein Riesen-Event Und wir versuchen dann halt auch die ganzen Ortsvereine noch mit einzubinden, die dann die Stände betreuen und sowas da Pommes und Bratwurst machen.

00:19:49: Die Stadt ist immer noch weiterhin dabei bei der Bürgermeister weil irgendwie Bad Münder auf einmal für Horrorlabyrinth und so was bekannt ist.

00:19:56: Ja und seit letztem Jahr machen wir dann auch einen Weintasting im Meisterlabyrinthe.

00:20:01: Da verstecken wir quasi fünf verschiedene Weinsorten im Maisfeld.

00:20:06: Die muss man dann mit seiner Freundesgruppe ... Man bekommt eine Glas vorne, die muss man suchen und probieren.

00:20:13: Und dann wieder rausfinden.

00:20:14: Die Kombination aus allen ist sehr lustig!

00:20:18: Ich war jetzt dafür zuständig, den Nachschub reinzubringen.

00:20:22: Da war wirklich eine Stimmung in diesem Maisfeld- ... Fremde Leute sind abends da wieder rausgegangen weil ... sich da sieben Mal über den Weg gelaufen sind und alle die Weinstationen nicht gefunden haben oder vielleicht auch so viel bei manchen Stationen probiert haben, ich weiß es nicht.

00:20:36: Auf jeden Fall war das eine sehr tolle Veranstaltung und hat richtig Spaß gemacht.

00:20:39: Und diesmal machen wir das Ganze mit Wein und auch mit Bier.

00:20:42: Wir hatten noch ne Brauerei, die auf uns zugekommen ist, die sagt, dass Konzept gefällt uns, das wollen wir auch so machen.

00:20:47: Und Horrorlaborin bleibt auch, dann machen wir noch ne große Eröffnung und nen großen Kinderspiel.

00:20:53: Am Weltkindertag gibts so'n grusel Spass.

00:20:55: Das is aber auch nur weil ... gerade das Horrorwochenende drumherum ist.

00:20:59: Da können die Kinder sich dann verkleiden und durchs Labyrinth laufen, ganz wie Kinderangebote ... Wir versuchen die ganze grüne Branche mit reinzubeziehen, die Jäger stehen mit einem Info-Mobil da im Imker, Schäferei alles ist irgendwie da und zeigt so ein bisschen auf spielerisch Art und Weise was die Landwirtschaft so ausmacht.

00:21:19: Genau!

00:21:20: Das sind

00:21:20: deine Erfahrungen?

00:21:21: Also es wird ja anscheinend gut angenommen habe ich so ausgehört Und gehen die Menschen auch gut mit dem Labyrinth um.

00:21:28: Es ist am Ende so, dass man sagen kann... Die Wege sind noch erkennbar oder die ganzen Pflanzen sind schon abgeknickt.

00:21:34: und wenn ihr dann letztendlich auch irgendwie ernten wollt, gerade jetzt als du die Feinflaschen angesprochen nicht das da irgendwie noch Gläser zerbrechen, der Müll nicht mitgenommen wird solche Sachen?

00:21:44: Oder funktioniert das gut?

00:21:45: Also dann muss ich wirklich sagen es ist erstaunlich gut funktioniert.

00:21:49: also hätte ich vorher auch nicht gedacht wir haben auch bewusst keinen Mülleimer oder so dahingestellt Weil einfach die wie sein soll.

00:21:57: wir haben vom Labyrinth auch die Wirklichkeit für Leute, die da picken wollen oder.

00:22:01: Die Eltern bleiben ja manchmal draußen und die Kinder gehen rein oder so?

00:22:06: Und es soll sich jeder wohlfühlen.

00:22:08: aber jeder soll auch seinen Müll wieder mitnehmen und das hat bisher wirklich sehr gut geklappt.

00:22:11: natürlich liegt im labyrinth hier und damals was rum.

00:22:14: Wir laufen es ja auch regelmäßig ab und sammeln's dann auf.

00:22:17: Aber im großsten und ganzen muss ich wirklich sagen ist dass wirklich wird er sehr respektvoll mit umgegangen.

00:22:22: Das ist auch mein ansatz das irgendwie zu vermitteln.

00:22:25: Das Einzige, was ich nur hatte ist das, dass ein Jagdhund einen Jahr später mit so einer abgehackten Hand die im Horrorlaborant als Deko war irgendwie im Maul wieder rausgelaufen gekommen ist.

00:22:36: Dass das war dann ein lustiges Erlebnis auf jeden Fall.

00:22:40: Lustig wenn man erkannt hat um was es geht.

00:22:42: Im ersten Moment vielleicht ein bisschen... Ja witzig also gerade das mit dem Wein und dem Bier.

00:22:47: hast du die Ideen gehabt oder wer?

00:22:49: Hast du Chatty Pity gefragt was ich meine.

00:22:51: wie kommt mal so eine Idee?

00:22:53: Ich hatte irgendwie die Idee, irgendwas an Tasting drin zu machen und eine Veranstaltung.

00:22:58: Wir hatten viel für Kinder gemacht und noch mal was für Erwachsene.

00:23:01: Und ich dachte so ... an einen schönen Sommerabend.

00:23:05: Das war irgendwie ... Wir hatten es halt Weintrift-Mais genannt mit einer Weinhändlerin vor Ort das umgesetzt.

00:23:14: Ja, ich hätte nicht gedacht, Menschen treffen, Menschen nennen können.

00:23:17: Weil das so zur Begegenstätte wurde in diesem Labyrinth.

00:23:20: Alle waren gut drauf, natürlich lag's vielleicht auch an der Weinprobe.

00:23:23: Aber es hat einfach gepasst.

00:23:25: und das alles mit dem Aspekt, dass das dann Landwirtschaft dahinter steckt ... Ich glaub, das war schon eine sehr gute Werbung.

00:23:33: Und ich hab wirklich so viel positive Rückmeldung bekommen, dass es noch einfach eine Motivation war, das in dem Sinne zu machen.

00:23:41: Wenn mir einer vor drei Jahren gesagt hätte, dass wir ein Meisterlabyrinth in dieser Form betreiben, hätte ich ihn verrückt erklärt und dass es in die Richtung geht.

00:23:50: Man bekommt so viele Unterstützung aus dem Dorf, die sich da engagieren.

00:23:52: Die dann mitmachen und das macht einfach Spaß, das motiviert ... Was sagt der

00:23:58: Vater dazu?

00:23:59: Steht er auch voll hinter uns?

00:24:00: Geil!

00:24:01: Hauptsache du bringst dir neue Ideen mit rein oder?

00:24:03: Total.

00:24:03: aber er sagt mir auch immer regelmäßig welche Arbeiten noch anstehen, dass ich die auch ja nicht vergesse.

00:24:10: Das ist natürlich die große Herausforderung, das alles unter einen Hut zu bekommen.

00:24:14: Da muss ich schon sehr viel arbeiten, das ist so.

00:24:17: Aber das heißt du hast... Die Hofnachfolge schon hinter dir.

00:24:20: Du hast den Hof übernommen oder wie sieht das bei euch

00:24:22: aus?

00:24:22: Genau, zum ersten siebten haben wir die Hofübergabe dieses Jahr eigentlich so als letztes Jahr stattfinden.

00:24:28: Dann kam noch mal irgendwas dazwischen und dies ist dann finalisiert.

00:24:32: Hattet ihr da große Herausforderungen irgendwie?

00:24:35: Also tatsächlich bei uns nicht.

00:24:39: Das ist aber auch hauptsächlich zu verdanken dass mein Vater oder die abgebende Generation auch schon sehr viel vorbereitet hat sich da ganz klare Gedanken gemacht gehabt hat.

00:24:49: das vereinfacht, glaube ich so ein Prozess enorm.

00:24:52: Wenn die abgebende Partei sich da klar ist was sie noch behalten oder haben möchte wie sie es regeln möchte, wie man mit den Geschwistern umgeht, die abgefunden werden müssen und ... Ich hab eine Schwester Und da bin ich sehr dankbar dass das so gut vorbereitet war Aber

00:25:11: sie hatte auch kein Interesse in Hof zu übernehmen?

00:25:12: Oder musstet ihr euch da erst noch ein bisschen einig werden?

00:25:15: Ich glaub Wenn es vielleicht anders gelaufen wäre bestimmt, dass das auch interessant gewesen wäre für sie.

00:25:21: Wir haben recht großen Alter so ein Schild.

00:25:23: Sie ist fünfzehn Jahre älter als ich und die haben ihren eigenen kleinen Hof.

00:25:27: also sie hat dann irgendwann ihr Mann kennen oder heutigen Mann kennengelernt Und die haben eine alte Restrufstelle Die von ihrem jetzigen Mann Ja In der Familie war aber zwei Generationen nicht bewirtschaftet wurde.

00:25:43: Haben sie sich dann zurecht gemacht und betreiben da einen kleinen Lampenschaftlichen Betrieb auch mit Direktvermarktung und Hühnern, Kattevillen.

00:25:50: Das ist ja

00:25:51: auch immer so ein Thema.

00:25:52: Wir wollten heute darüber sprechen, warum weniger Menschen dazu bereit sind überhaupt die Hof-Nachfolge anzutreten.

00:25:57: aber trotzdem gibt es natürlich auch die Situation wo denn mehrere wollen Aber der Hof ist halt nicht.

00:26:01: hergibt das dann quasi beide auf dem Hof irgendwie sich verwirklichen können?

00:26:09: Wie siehst du das?

00:26:10: Was denkst du sind die größten Herausforderungen Warum es so wenig Hof nachfolger gibt heutzutage?

00:26:16: Ich glaub einfach, weil ... ich hatte so für mich gesagt die Perspektive.

00:26:23: Ich glaube es ist zu viel Planungsunsicherheit da und man bekommt dann Perspektiven oder auch insgesamt das Leben was man dann eingeht, die Verantwortung, das Risiko, was man mit übernimmt.

00:26:37: Es gibt teilweise in anderen Bereichen attraktivere Angebote.

00:26:40: kann ja eine Lampwirtschaft sein im Vor- und nachgelagerten Bereich zum Beispiel.

00:26:45: Man sieht dass ... an Statistiken auch viel, dass viele studieren oder sich weiterbilden.

00:26:51: Die dann nicht am Ende landen auf dem Hof und den Betrieb weiterführen... Und ich glaube da muss man dann anknüpfen das wirklich Hof nach Folge.

00:26:59: Das ist der Beruf oder der Job als Landwirt, dass das einfach attraktiver wird.

00:27:05: Dass man sich nicht so ins Risiko stürzen muss, dass man einen attraktiveren Arbeitsplatz für die Landwirtschaft was mit Bürokratieabbau zum Beispiel verknüpft ist, würde ich halt als erstes sehen.

00:27:18: Aber auch einfach mit einem fernen Markt dahinter und das haben wir aktuell ja auch nicht.

00:27:22: Und deswegen würde ich es auch bei mir sagen, dass solche Sachen dann interessant waren, neue Wege zu schaffen wie mit einer Maislabyrinth oder mit Ackergras oder so weil man Wertschöpfung bei sich selber behalten konnte, nicht von dem Markt abhängig ist.

00:27:38: Das geht glaube ich ganz viel so und ich glaube auch, dass es viel mit der abgebenden Generation noch zu tun hat oder wie's kommuniziert wird Kann ja auch sein, dass die sagen.

00:27:46: Ich kenne viele, die sagen ich möchte nicht, dass meine Kinder den Hof öfter.

00:27:49: Ich möchte, dass sie ein anderes Leben führen.

00:27:53: Das gibt's ja auch!

00:27:55: Meine Mutter hat mich auch immer versucht davon abzuhalten.

00:27:58: Wir haben so, mach lieber was anderes!

00:28:00: Bist du dir sicher?

00:28:01: Also ich hab den Hof auch noch nicht übernommen ne?

00:28:03: Es steht auch im Raum und mein Vater wünscht sich das natürlich und meine Mutter ist halt auch ... also eine sieht die Chancen, der andere sieht die Risiken Und das fasst es vielleicht ganz gut zusammen, was du gerade sagen möchtest.

00:28:12: Engelchen und teufig auf beiden Schülern ja Ja aber das ist glaube ich bei vielen so.

00:28:18: und trotzdem gibt's ja oft dass man dann trotzdem sagt man macht Das war einfach wie Leidenschaft dahinter steckt.

00:28:24: zu meiner Fachschulzeit hat man sich ja auch viel mit der Hofgeschichte und mit der Tradition dahinter beschäftigt.

00:28:29: Und das war auch so ein Schlüsselmoment, weil man sich dann so intensiv damit beschäftigt hat wie viele Generationen an diesem Hof schon gewirtschaftet haben und quasi ihr ganzes Leben da rein investiert haben um ihn auf den Stand zu bringen.

00:28:42: So auch mein Vater natürlich, der für diesen Hof immer gelebt.

00:28:48: Da gab's nicht viel Urlaub, da wurde fast immer in den Hof investiert.

00:28:52: Bevor irgendwas anderes investiert wurde und das hat mich natürlich imponiert und beeindruckt.

00:28:58: Und dann würde es glaube ich auch schwer fallen zu sagen Ich mache jetzt irgendein anderen Schritt aber trotzdem wirds mir offen gelassen was anderes zu machen.

00:29:07: Wann hattest du denn den Moment also Landwirtschaft gelernt und Fachschule gemacht.

00:29:12: Also wahrscheinlich immer ja irgendwo im Hinterkopf mit der möglichen Hofnachfolge, aber wann war dieser ... Kannst du dich erinnern?

00:29:17: Gab's so einen Moment wo du gesagt hast, ich will das auch wirklich oder wann hast du dich ... Hast du jetzt lange offen gehalten oder wann hat du dich dazu entschieden?

00:29:24: Ich bin nach der Schule, war es tatsächlich gar nicht so klar.

00:29:27: Ich war auch nicht so das Kind was ganz viel auf den Trecker mitgefahren ist oder jeden Tag wissen wollte, was läuft jetzt gerade oder sowas.

00:29:34: also da waren dann doch eher Freunde und draußen spielen keine Ahnung, das war alles wichtiger Und da waren sich meine Eltern auch gar nicht so sicher, ob das wirklich meine Leidenschaft sein könnte.

00:29:46: Ich glaube aber trotzdem war es dann so ... Das war erst mal der Weg und da hat man halt reingeschnuppert.

00:29:51: Dann ging's mit dem ersten Lehrjahr irgendwie los.

00:29:54: Der Schlüsselmoment war dann die Ausbildung wo man in anderen Familien auf anderen Höfen andere Eindrücke noch mehr bekommen hat.

00:30:03: Diese Gesamtmischung diese Arbeit mit Natur mit Tieren die Freiheit, die man trotzdem ja noch irgendwo hat, weil man selbstständig ist.

00:30:10: Das hat mich alles so eingenommen, dass da eine richtige Leidenschaft entstanden ist.

00:30:15: Dass ich mir heute wahrscheinlich so schnell nichts anderes vorstellen könnte wie diesen Beruf.

00:30:21: Bei mir war es eben auch so, ich hatte in der Schule wenig Freunde, die auch außer Leitwirtschaft kamen und dann ... Dann war das irgendwie so abstrakt, dass man das machen will.

00:30:29: Weil oft wars eher sowas Negatives.

00:30:32: im Sommer alle... ... fahren Eis essen, alle fahren an See und ich so ja... Ich muss noch Kälber tränken.

00:30:37: Und dann muss ich nur hier hin.

00:30:38: Alle so wie doof!

00:30:40: Also dass man irgendwie dachte, warum mache ich das eigentlich?

00:30:42: Weil alle anderen irgendwie gerade ihr Leben leben.

00:30:46: Dann habe ich durchaus auch nach alternativen Ausschau gehalten und mir überlegt was könnte ich denn dann machen.

00:30:52: aber irgendwie ist es mir auch nix eingefallen.

00:30:54: und dann dachte ich mir so vielleicht fällt mir nichts ein weil es irgendwie eigentlich nichts Besseres gibt außer DAS.

00:30:59: und dann war das auch eher so Man stuppert mal rein, so ähnlich wie du es gerade gesagt hast.

00:31:04: Man fängt erstmal an und man kann ja mal gucken.

00:31:06: Und kaum ist man da irgendwie in der Ausbildung drinne?

00:31:08: Ist man somit gleichgesinnten irgendwie zusammen die denn alle voll fürs Thema brennen auch so ein bisschen wie du vorhin gesagt hast, das gibt kein anderes Thema!

00:31:15: Es geht dann nur noch um Landwirtschaft auf einmal.

00:31:19: Aber irgendwie wächst man dann da glaube ich so ein bissel rein und man merkt eben dann auch finde ich dass man nicht alleine ist also mit seinen Gedanken und Gefühlen Ja, dem gewissen Risiko was man ja dann auch irgendwo bereit sein muss zu tragen.

00:31:33: Dass man einfach weiß es geht anderen genauso.

00:31:35: ich glaube das ist irgendwie ganz wichtig in der Entwicklung die man irgendwie selber durchläuft dass man also man ist sich glaube ich ja bewusst welcher Druck auch dahinter steht und welche Verantwortung man trägt.

00:31:47: aber irgendwie wenn man einfach weiss so bei diesen Problemen steht irgendwie jeder und man ist da nicht alleine mit.

00:31:51: das hat mir glaube ich ganz viel geholfen.

00:31:53: das ich dann gesagt habe yo yo Gab es einen Moment, wo du gemerkt hast die Verantwortung?

00:32:00: Kannst du dir vorstellen ... dass Menschen außerhalb der Landwirte verstehen was das für eine Verantwortung ist.

00:32:07: Was das für uns für ne Entscheidung ist.

00:32:09: Ich erlebe das ganz oft so, komm nen Papa war Landwirt, dein Großvater war Landwirrt, du bist jetzt auch Landwirrt.

00:32:14: Das macht man einfach, da ist doch nix bei so ungefähr.

00:32:17: Ja ich hatte mal jemanden gesagt hat wie Landwürttel, ich dachte da braucht man Ausbildung

00:32:21: für.

00:32:21: Ja genau!

00:32:22: Boah das

00:32:23: ist okay.

00:32:25: Ja, da warte ich auch die letzten Jahre.

00:32:27: Also gerade so ab der Ausbildung habe ich das viel gemerkt dass die Öffentlichkeitsarbeit was Landwirtschaft angeht einfach in der Art weit zurück ist, dass dieses Bild von den Bauern schon kontrovers ist oder sehr weit in der Vergangenheit irgendwie stehen geblieben ist.

00:32:44: und ja die Generation vor uns ... Früher hat jeder mitgeholfen auf dem Hof und war irgendwie auf einem Dorf auch abhängig vom Bauern.

00:32:52: Hat da ein paar Stunden gemacht, um an Nahrung heranzukommen, um vielleicht ein paar Kartoffeln und Eier zu bekommen usw.

00:32:59: Und das ist heute halt alles nicht mehr da.

00:33:01: so ... Da wird irgendwie verpasst die Leute, ein bisschen mitzunehmen.

00:33:06: Deswegen ist es heute umso wichtiger, finde ich, darüber zu erzählen.

00:33:10: Ich würd's aber trotzdem, ist glaub ich auch falsch, sich als Landwirte hinzustellen.

00:33:17: nur zu stöhnen ist dann auch nicht richtig.

00:33:19: es gibt auch ganz andere jobs wenn ich an pflege oder was auch immer denke die den krassen arbeitstag rhythmus haben mit nachtschichten keine ahnung.

00:33:30: natürlich haben wir das auch wenn man tiere hat.

00:33:33: man hat drei hundert fünf sechs die tage im jahr verantwortung zu jeder tag und nachzeit.

00:33:38: kann es sein dass geboten passieren dass irgendwo eine anlage ausfällt ne fütterung wie auch immer.

00:33:45: Und diese Belastung, die man da hat.

00:33:46: Das ist halt einfach nicht zu unterschätzen.

00:33:49: und gerade wenn dann noch viel Bürokratie mit vielen Fristen und Vorschriften dazukommen das kann schon oft auch mal sehr erdrückend sein und ich finde es dann immer bedauerlich weil durch dieser Entdruckung bleibt dann oft Inspiration und so Gedanken zu machen wie kann ich welche Prozesse optimieren?

00:34:09: oder was könnte ich vielleicht nochmal anders machen?

00:34:14: Wenn die Arbeitsbelastung zu hoch ist.

00:34:16: Weil da einfach kein Freiraum ist für die Gedanken, wenn man immer nur hinterherrennt gefühlt statt irgendwie nach vorne zu gehen.

00:34:23: Wobei wir das teilweise auch schon gemacht haben.

00:34:25: also ich versuche das auch mal wieder ein bisschen darzustellen.

00:34:28: in der Landwirtschaft sind wir ja einen unfassbaren Weg gegangen schon als wenn wir uns überlegen wie die Generation davor oder vielleicht noch davor noch gewirtschaftet haben.

00:34:35: es ist ja gar keinen Vergleich zu dem was wir heute machen und ich habe das Gefühl dass wird selten gesehen.

00:34:41: also einerseits schon, weil im Sinne von ja heute ist alles massentierhaltung also im negativen Sinn in teilweise.

00:34:47: Also das alles irgendwie viel und immer weiter und immer höher geworden ist so ungefähr aber andererseits auch nicht dieses dass viel auch besser geworden ist.

00:34:56: Ich glaube das wird oft nicht gesehen.

00:34:58: ich hatte jetzt gerade eine Unterhaltung.

00:35:00: da hieß es die bildungsfernen Landwirte um dann nochmal darauf zurückzukommen.

00:35:04: also dass viele wirklich denken wir machen das halt genauso wie Papi das auch schon gemacht hat.

00:35:10: Ich glaube, das steckt noch ganz viel in den Köpfen.

00:35:12: Und da ... Ja was machen wir dagegen?

00:35:16: Also ich glaube grade die junge Generation um jetzt zurückzukommen auf das Thema Junglandwirte quasi ist da auch so ein bisschen im Zug zwangen dass wir da die Bevölkerung wieder mitnehmen in dem was wir halt machen und da nicht einfach nur für uns hinarbeiten wie das vielleicht andere gemacht haben sondern einfach auch wieder erklären und zeigen und wieder so ein bissel miteinander irgendwie zu gehen.

00:35:38: Man muss halt den Mut haben sich dafür zu öffnen.

00:35:41: sag ich mal also, wo ich in das netzwerk reingekommen bin netzwerke leitbetriebe.

00:35:47: Das war auch so da war ich noch was ich glaube dreidens zwanzig vierundzwanzig und man muss doch immer den mut haben sich zu öffen den hof zu ö offenen.

00:35:56: Leute darauf zu lassen ne weil man ja schon was von sich preis gibt sich angreifbar natürlich irgendwo macht.

00:36:03: Du bist ja auch ein parade Beispiel mit deinem instagram account wie viele Leute damit erreichst dem videos die du aus dem alltag zeigs und sowas.

00:36:10: Aber das ist ja das, was wir brauchen.

00:36:13: Um den Leuten einfach mal ganz klar zu zeigen wie läuft's ab und wie sieht so ein Tag überhaupt aus?

00:36:20: Ich hatte da noch keine negativen Erfahrungen gemacht.

00:36:24: Letztes Jahr durch das Meisterbarinnt ... Und dann auch die Nominierung für den Ceres Award gab schon sehr viel Zeitungsartikel und sehr viel Aufmerksamkeit usw.

00:36:33: Trotzdem hab ich das positiv wahrgenommen.

00:36:36: also klar... Kritik kriegt man überall für alles, was man macht.

00:36:41: Jeder Mensch macht Fehler und ... aber ich glaube, dass das eine gute Werbung war für die Landwirtschaft und einfach zu zeigen, ja, was mache ich oder was macht der Betrieb?

00:36:55: Und wofür setzen wir uns ein?

00:36:57: Ich hab auch das Gefühl, die Rückmeldung, die ich in real life bekomme ist definitiv positiver als das, was halt so im Netz abgeht.

00:37:04: Also du bist ja viel ... Dadurch, dass Menschen auf deinen Hof kommen, ist viel im direkten Kontakt.

00:37:10: Und ich könnte mir auch vorstellen, dass das da positive abläuft und dass du da eher die Möglichkeit hast, da eine vernünftige Brücke zu schlagen um mit den Menschen vernünftig ins Gespräch zu kommen.

00:37:19: Aber ... Ist es bei dir immer dann klar gewesen, dass du den Hof weitermachst?

00:37:23: Oder gab's bei dir Alternativen oder so?

00:37:26: Also... Ganz klar ist noch nicht tatsächlich!

00:37:30: Ich stehe ja noch vor der Entscheidung ob ich denen übernehme oder nicht.

00:37:34: Die Alternative, also meine Eltern sind vergleichsweise noch jung.

00:37:37: Also mein Vater ist noch keine Sechzig.

00:37:39: Aber deswegen hatte ich auch immer gesagt, ich kann mir da ein bisschen Zeit lassen und erst mal gucken wie das ganze Zusammenspiel funktioniert.

00:37:46: Und dann ist es aber auch so'n bisschen ... Wie du vorhin schon gesagt hast naja man rennt so'nen bisschen hinterher.

00:37:52: Man schafft wenig sich da irgendwie selbst den Freiraum zu schaffen um sich selbst zu entwickeln und seine eigenen Gideen voranzutreiben weil man irgendwie noch ja quasi so'nn bisschen dem Zeitdruck hinterherrennt.

00:38:04: Und was wir halt gemacht haben ist, dass wir ein bisschen in Direktvermarktung gegangen sind und das ausgebaut haben.

00:38:09: Also seit ich da bin machen wir jetzt noch Kürbisse, Zuckermeis und so aber sind auch alles arbeitsintensive Kulturen, sodass es dann eben auch wieder teilweise schwierig wird.

00:38:19: Die Alternative irgendwann wäre eventuell, dass man guckt ob man das Ganze tatsächlich im Nebenerwerb weitermacht.

00:38:26: Dann würden wir eben auch zu den Betrieben gehören wo wir schon von gesprochen haben, dass es wenig Nachfolger gibt, dass viele aufhören.

00:38:34: Ich hatte mir vorhin auch ein paar Zahlen rausgesucht.

00:38:36: Tatsächlich ist bei zwei Drittel der Hilfe die Nachfrage ungeklärt, ich weiß nicht, die Zahlen sind wahrscheinlich ... oder dass auch die Hälfte der Betriebsleiter über fifty Jahre alt ist.

00:38:46: also wir haben ja tatsächlich so einen Bild in der Landwirtschaft.

00:38:49: Also wir steuern halt genau darauf zu und das ist diese Situation also so... Ich habe es neulich erst gelesen, ich glaube seit nineteenhundertfünfzig haben siebzig bis achtzig Prozent der Betrieb aufgehört, ne?

00:39:00: Es ist schon

00:39:01: eine

00:39:02: richtig krasse Zahl und ich glaube mit jedem Betrieb der halt auch irgendwie vor Ort verschwindet.

00:39:08: Verschwindet ja nicht nur einen Arbeitsplatz oder ein Betriebsleiter oder einen Hof sondern auch irgendwo in den Bausteinen einer funktionierenden Dorfgemeinschaft.

00:39:19: also Landwirte sind ja dann nicht nur da um die Felder zu bewirtschaften sondern engagieren sich ja auch in den Vereinen vor Ort Ja, sind da wenn Umzüge gemacht werden.

00:39:29: Wenn das Osterfeuer zu dem gefahren werden muss oder weiß der Kuckuck was?

00:39:32: Osterfäu

00:39:33: wollte ich auch in den Raum werfen und wenn Schützen festgefallen wird die Pädchen aufgehängen dann brauchst du mal jemanden, Trecker, Daman, Anhänger und so.

00:39:38: Genau und das fehlt einfach vor Ort.

00:39:41: und diese Entwicklung ist halt sehr unruhigend und man muss sich Gedanken machen wie man das stoppen kann weil ich glaube Lust und Bock haben genug Leute so einen Betrieb weiterzumachen und du sagst ja viele machen es im Nebenerwerb um dann irgendwie eine Sicherheit über einen zweiten Job zu haben.

00:40:00: Wir versuchen alles weiterzuoptimieren oder müssen es zu optimieren, die Betriebe müssen immer größer und besser werden.

00:40:09: Es ist irgendwie ein bisschen schade dass die bäuerliche dieses familiäre Konstrukt ... Und ich hab's jetzt in der Ausbildung auch so kennengelernt in anderen Familien.

00:40:16: das kann ja auch nur als Familienkonstrukt funktionieren.

00:40:21: zwei Generationen oder vielleicht sogar drei Generation sich irgendwie zusammentun und den Hof halt irgendwie stemmen.

00:40:28: Ansonsten bist du ruckzug dabei, dass du schauen musst wie du es anders machst mit Mitarbeitern oder Kooperation mit anderen Betrieben.

00:40:36: Und das ist ganz spannend in welche Richtung das in Zukunft weitergeht.

00:40:40: Wo siehst Du denn da die größte Stellschraube?

00:40:42: Dass wir wieder mehr junge Menschen irgendwie dazu kriegen, dass Sie Lust haben also ist das irgendwo eine Politik, dass die Politik die Weichen stellen muss oder dass wir, ich weiß nicht.

00:40:51: In unserer Öffentlichkeitsarbeit zum Beispiel für beide Machern heraus war ein bisschen positiv vorangehen und einfach mit gutem Beispiel voran gehen?

00:40:57: Oder was sagst

00:40:59: du?

00:40:59: Die Politik entscheidet ja schon die Rahmenrichtigen oder die Spierregeln von den Jungen werden bekommen wir halt schon mit wenn neue Gesetze gemacht werden das wir vielleicht mal befragt werden uns zu äußern können wie wir etwas sehen.

00:41:12: jetzt gerade wird dann wieder entschieden oder debattiert wie die neue Agrarförderung aussehen soll, wie Jungland wird vielleicht unterstützt werden.

00:41:19: Weil auch die EU erkannt hat und gesagt hat hier wir brauchen mehr Junglandwirte, wir steuern da auf was zu... Und wir können das attraktiver machen.

00:41:26: aber ich bin am ende kein Freund davon zu sagen Wir können alles nur irgendwie bei Förderungen regeln oder sowas So quasi als Ausgleich weil Am Ende muss es sich ja trotzdem nur rechnen was man tut und man kann's nicht nur auf Grundlage einer Förderung machen.

00:41:40: Das finde ich immer ein bisschen schwierig.

00:41:43: Da bin ich halt einfach keinen Fan von.

00:41:46: Ich denke, dass es einfach wirklich Planungssicherheit ist.

00:41:48: Erstmal das Wichtigste was wir brauchen.

00:41:50: so jeder der einen Hof übernehmen möchte oder sagen möchte ich möchte jetzt immer eine Tierhaltung investieren nicht möchte mehr tierwohl ich möchte anderen steil also was und dann braucht er halt auch gewissheit dass das denn ja auch seine zwanzig Jahre irgendwie funktioniert weil er nimmt halt auch ein kredit für zwanzich jahre auf um in meistens millionenhöhe um diesen steil dann auch finanzieren zu können diesen Umbau finanziert zu können.

00:42:11: und da ist planungssicherung erst mal das allererste.

00:42:13: und wir müssen uns Gesellschaftlich, politisch einig sein.

00:42:17: Wie wie soll die Tierhaltung?

00:42:18: Wie soll die Landwirtschaft der Zukunft aussehen?

00:42:20: Wie sollte das kommen?

00:42:22: und wir brauchen einen fernen Wettbewerb.

00:42:23: Wir können nicht... Wir können nicht hier in Deutschland immer mehr Richtlinien haben und noch mehr Bürokratie, noch mehr Auflagen im Vergleich schon innerhalb der EU.

00:42:32: Außerhalb wollen wir gar nichts anfangen.

00:42:33: Ich hab's jetzt neulich erst gelesen, Mercusur geht los und auf einmal kommt es sehr großes Skandal.

00:42:38: Oh Gott!

00:42:39: In Produkten aus Südamerika sind seit mehreren Jahrzehnten verbotene Pflanzenschutzmittel nachgewiesen werden.

00:42:45: Ja krass, haben wir Landwirte schon seit zehn Jahren gesagt, dass genau das eintreten wird?

00:42:49: Und ja da muss man einfach die Qualität, die wir hier in Deutschen herstellen auch irgendwo ... Wertschätzen.

00:42:55: und auch die Wertschöpfung dahinter muss halt passen.

00:42:57: Das heißt, der Markt muss einfach angepasst sein.

00:43:00: Wir können nicht für die gleichen Bedingungen oder für die gleiche Preise produzieren wie in anderen Ländern.

00:43:04: zu anderen Regeln so das passt einfach nicht.

00:43:06: ich bin totaler Freund davon.

00:43:08: mehr Tierwohl, mehr Biodiversität, mehr Naturschutz.

00:43:12: Bin ich total fein mit habe ich total Bock darauf macht.

00:43:14: ja es macht mir auch Spaß Ich fahre ich bin einfach nur Tu-Mensch da durchs Feld fährt dass sich freut wenn er den Hasen rehe am besten noch eine Reppun Kette sieht oder sonst was.

00:43:24: und da geht mein Herz wirklich auf.

00:43:27: Aber das ist dann, ich sehe es mal als Beitrag für die Gesellschaft auch machen.

00:43:31: also wir machen sie nicht nur dass wir etwas still liegen Das kostet uns der Geld wenn wir den Acker nicht bewirtschaften Und den Ausgleich dem wir dafür kriegen müssen Es ist ja ein Ausgreich aus der ganzen Gesellschaft weil diesen Mehrwert für mehr Naturschutz Die hat ja die ganze Gesellschaft Nicht nur wie er als Landwirt sondern alle und Fläche ist halt nicht vermehrbar.

00:43:51: Von daher kann ich nur dafür plädieren, in solche Richtungen zu schauen.

00:43:57: Und die Zukunft der Landwirtschaft für junge Menschen, für Hofnachfolger attraktiver zu gestalten auch den Arbeitsplatz an sich.

00:44:04: Ich würde es gut finden wenn wir als Landwirt auch so Benefits kriegen würden wie Hanselfitt oder so war das ja.

00:44:11: So ja ist dummes Beispiel weil man schon viel leistet weil man Also für mich ist immer die größte Herausforderung.

00:44:19: Alles irgendwie ... hat seine Szenonalen, sie so nahen Arbeiten, wo dann auf einmal unheimlich viel Arbeit anfällt und da ein Alter reinzukriegt, dass ich sage, regelmäßig Sport, regelmässig mit der Firma hier, mit der Partnerin zusammen machen unternehmen.

00:44:38: Das strukturiert über das ganze Jahr hinzubekommen.

00:44:41: Fast unmöglich so und das ist immer die größte Herausforderung.

00:44:44: Wo siehst du denn dein oder dich und deinen Betrieb in zehn Jahren, bist du positiv in die Zukunft?

00:44:50: Ja ich hab mich ja dafür entschieden.

00:44:52: nicht glaube auch dass wenn man sich dafür entschieden hat also erst mal muss man natürlich Wirtschaftlichkeit und sowas ganz da prüfen würde ich auch jedem empfehlen In der Fachschule ist es auch so dass wir wirklich sehr viel mit dem betrieb rechnet kalkuliert auch im Planbetrieb aufstellt Und da wirklich auch mit den Zahlen Kleid hat weil Es macht nichts Nichts Sinn in was zu investieren, was ich am Ende vielleicht nicht lohnt nur aus.

00:45:14: Weil die Überzeugung oder nur weil die Leidenschaft so groß ist.

00:45:17: Trotzdem würde ich aber auch behaupten, dass wenn man etwas unbedingt will und mit ganz viel Herzblut da rangeht, dass man noch ganz viel schaffen kann von dem man vorher nicht gedacht hat und sich ja oft neue Wege teilweise von alleine ergeben.

00:45:30: Ich würde sagen das bei mir schon ein Beispiel mit der Meisterin ist, womit vorher keiner gerechnet hat.

00:45:36: Und von daher glaube ich, dass es einfach ganz viel möglich ist wo ich mich in zehn Jahren sehe, auf jeden Fall auch noch auf dem Hof.

00:45:45: Vielleicht mit Familie und vielleicht ... In einer Struktur, in der ich nicht mehr so viel arbeiten muss wie jetzt und dann ein bisschen mehr leben kann und nicht nur arbeiten.

00:46:01: Das finde ich ist eigentlich ein ganz guter Schlusssatz.

00:46:04: Gibt's irgendwas was du aber vielleicht noch ... unseren Zuhörenden mit auf den Weg gehen willst oder was dir vielleicht aus dem Gespräch heraus jetzt.

00:46:10: Oder fehlt dir noch irgendwas, was du noch gerne loswerden möchtest?

00:46:15: Ja ich kann nur jedem raten der vielleicht selber vor der Hofübergabe steht also früh genug mit den Gesprächen anzufangen sich bewusst Termine dafür zu nehmen sich bewusst auch Beratung dazu zu nehmen dass man da ein Mediator dazunimmt um das zu klären.

00:46:31: ja weil das ist kein No-Go da irgendwie sich Hilfe zu holen und so was?

00:46:37: Ansonsten einfach, wenn man davor steht so eine Entscheidung zu treffen auf seinen Herzhören.

00:46:42: Genau kalkulieren auf jeden Fall auch da ruhig Beratung mit dazu holen, professionelle Hilfe und dann alle Option abwägen.

00:46:50: aber am Ende muss immer Kopf oder das Herz entscheiden?

00:46:53: Ja

00:46:54: sehr schön gesagt!

00:46:56: Dann danke ich dir dass du heute hier warst.

00:46:58: Ich fand die Folge ziemlich spannend Gerade viele jungen Landwirte und Jungen Landwirtinnen was draus mitnehmen, die vielleicht ja auch vor der Entscheidung stehen oder vor ähnlichen Überlegungen und Gedanken stehen.

00:47:11: Ja da gerne mal reinhören und drüber nachdenken.

00:47:13: ich finde du hast da schöne gerade jetzt schönes Schluss.

00:47:16: jetzt auch so gesagt.

00:47:17: vielen Dank dass du heute da warst.

00:47:19: Danke für die Einladung!

00:47:20: Aber bevor ich es vergesse ich habe noch einen kleinen Tipp für euch Mal ehrlich wer von euch trägt sein Herzensthema auch einfach so durch den Alltag?

00:47:26: Für alle die Landwirtschaft nicht nur hören, sondern auch zeigen wollen.

00:47:30: Im Eure-Landwirteshop gibt es jetzt T-Shirts – schlicht oder laut und sogar in Kindergrößen für den kleinen Nachwuchs!

00:47:36: Den Link findet ihr in der Folgenbeschreibung.

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